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Bundestagswahl:Ein "E" zu wenig: 260 000 Stimmzettel müssen neu gedruckt werden

Kleine Parteien bei Bundestagswahl

In Starnberg müssen Stimmzettel neu gedruckt werden.

(Foto: dpa)
  • Da der Name eines Kandidaten falsch geschrieben wurde, muss das Starnberger Landratsamt 260 000 Stimmzettel neu drucken.
  • Bis die korrigierte Version eintrifft, werden laut Landratsamtsprecher ungefähr zwei Wochen vergehen.
  • Die Korrektur des Fehlers soll wenige Tausend Euro kosten.

Es ist nur ein kleines "E", das in einem Nachnamen fehlt, doch die Folgen sind erheblich. Das Starnberger Landratsamt muss etwa 260 000 Stimmzettel neu drucken lassen, weil der Name eines der Kandidaten auf einer der 21 Landeslisten nicht korrekt geschrieben wurde. Kreiswahlleiter Holger Albertzarth ist der unscheinbare aber folgenreiche Fehler schon bei einer ersten Kontrolle der Bögen am Donnerstag aufgefallen. Da waren die vier Paletten Papier gerade erst geliefert worden. Die können nun wieder eingestampft werden. "Wir können nicht riskieren, dass wir ein anfechtbares Wahlergebnis bekommen", erklärt Landratsamtssprecher Stefan Diebl den großen Aufwand wegen eines kleines Fehlers. Man habe sich deswegen sicherheitshalber auch mit dem Landeswahlleiter abgestimmt.

Im Starnberger Landratsamt sind am Donnerstag alle Stimmzettel für den gesamten neu zugeschnittenen Bundeswahlkreis 224 angeliefert worden, zu dem auch der Landkreis Landsberg und die Stadt Germering gehören. Als neuer Kreiswahlleiter übernimmt Albertzarth organisatorisch die Federführung.

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Zwei Kreuze kann der Wähler dann am Sonntag, 24. September, machen: Die Erststimme erhält einer der elf Direktkandidaten. In einer zweiten Spalte stehen die Namen von 21 Landeslisten, für die die Zweitstimmen vergeben werden. Ganz oben die CSU und am unteren Ende die "V-Partei ³", die Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer. Einer der fünf beispielhaft genannten Bewerber heißt eigentlich Henrik Lange, steht aber auf dem Stimmzettel als Henrik Lang. Das muss nun korrigiert werden.

Im Landratsamt nimmt man den ärgerlichen Lapsus gelassen. "Da sind wir nicht die ersten; das ist anderen auch schon passiert", erklärt Diebl. "Wir sehen das recht entspannt, schließlich sind wir früh dran im Zeitplan." Die Gemeinden hätten sich eigentlich schon in diesen Tagen ihr Kontingent abholen können, nun müssen sie noch etwas warten. Etwa zwei Wochen werde es dauern, bis die korrigierte Fassung eintrifft, glaubt Diebl. Die Kosten für die Korrektur sind nach seinen Angaben überschaubar und lägen bei wenigen Tausend Euro. Wer den Fehler beim Druck zu verantworten habe, müsse noch geprüft werden. Die Gemeinde Feldafing musste vor zwei Jahren wegen eines ähnlichen Fehlers Stimmzettel für einen Bürgerentscheid nachdrucken lassen.

Die Auswahl auf den Stimmzetteln ist größer als bei den vorhergehenden Bundestagswahlen. Landeslisten stellen nicht nur CSU, SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke, Freie Wähler, Piratenpartei, ÖDP, Bayernpartei, NPD, die Tierschutzpartei, Marxisten-Leninisten, Kommunisten und Die Partei sondern auch unbekanntere Gruppierungen wie die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, die Grundeinkommenspartei, Demokratie in Bewegung, Deutsche Mitte, die Partei für Gesundheitsforschung und die Veganerpartei mit der Schauspielerin Barbara Rütting als Spitzenkandidatin und dem stellvertretenden Landesvorsitzenden Lange auf Platz 5.

© SZ vom 11.08.2017/baso
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