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Bund Naturschutz:Aufbruchstimmung

Bund Naturschutz Seefeld,

Der neugewählte Vorstand (von links): Linda Rüger, Ildiko Gaal-Baier, Ortwin Gentz, Constanze Gentz (Vorsitzende) und Helmut Ronstedt.

(Foto: Patrizia Steipe)

In Seefeld wird nach mehr als 20 Jahren eine neue Ortsgruppe gegründet

Von Patrizia Steipe, Seefeld

Sie wollen Amphibien retten, mit Kindern in den Wald gehen, Führungen zur Eichenallee organisieren, Hochzeitsbäume in Streuobstwiesen pflanzen und dem "Naturschutz vor Ort wieder eine Stimme geben" wie es der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Günter Schorn, bezeichnete. Rund 50 Seefelder waren in den Bahnhof Hechendorf gekommen, um die 14. Ortsgruppe im Landkreis zu gründen. Vor mehr als 20 Jahren hatte es bereits einen BN am Ort gegeben. Er habe sich wegen Unstimmigkeiten im Verein und mangelndem Interesse aufgelöst, erinnerte sich ein ehemaliges Mitglied.

Jetzt hat jede Landkreis-Gemeinde wieder einen eigenen BN. Der Widerstand gegen einen Krankenhausbau im Aubachtal und die Demonstration gegen Glyphosat in Seefeld hatten zu der Aufbruchsstimmung im Ort geführt. "Ich bin überwältigt", staunte Constanze Gentz angesichts der vielen Besucher. 21 davon waren BN-Mitglieder und wählten sie an die Spitze der Seefelder Ortsgruppe. Ihr zur Seite stehen Ildiko Gaal-Baier und Ortwin Gentz.

Konzept und Ideen für die Ortsgruppe hatten die Vorsitzenden auf einer Flip-Chart skizziert, neben aktivem Naturschutz sollen Stellungnahmen zur Ortsentwicklung abgegeben und die Zusammenarbeit mit Landwirten und dem Aubachtalverein gesucht werden. Auch die Jugend soll vertreten sein. Die beiden 14-jährigen Ylva Weiler und Vincent Gabriel haben früher den Waldkindergarten besucht. "Wir wollen mit Kindern in den Wald gehen und ihnen die Natur näher bringen", erklärten sie.

Und es gab einen ersten Vortrag: Der Wildlebensraumberater der Regierung, Dominik Fehringer, gab Tipps, wie der Rückgang der Artenvielfalt gebremst werden könnte. Das würde sich sogar für Bauern lohnen: "920 Euro bekommen sie für Gewässer- und Erosionsschutzstreifen und 350 Euro für den Verzicht auf Pflanzenschutz und jegliche Dünger", zählte er auf.

An jedem zweiten Montag im Monat gibt es einen BN-Stammtisch. Zeit und Ort stehen noch nicht fest. Außerdem kann ein Newsletter unter www.bn-seefeld.de angefordert werden.

© SZ vom 07.03.2018

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