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Bürgermeister-Wahl in Krailling:KIM-Erweiterung für CSU tabu

Vor der Stichwahl wirbt Henrik Jörgens um Grünen-Stimmen

Die CSU in Krailling kommt kurz vor der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Krailling auf die Grünen zu. Deren Kandidatin Adrienne Akontz war in der ersten Runde am 12. Mai nur knapp ausgeschieden. Sie verpasste die Stichwahl um lediglich fünf Stimmen. In die Stichwahl schafften es Henrik Jörgens (CSU) und Rudolph Haux (FDP). Am Freitag teilte der Grünen-Ortsverband mit, keine Wahlempfehlung abgeben zu wollen. Man wolle abwarten, ob die Kandidaten von sich aus grüne Inhalte in ihre Programme aufnehmen, sagte die Ortsvorsitzende Andrea Schulte-Krauss.

Der CSU-Ortsverband vermeldete daraufhin am Montag: "Eine Erweiterung der KIM in Bannwald und Naturschutzgebiete hinein sei nicht erforderlich". Zudem habe man sich bei einem Treffen des Ortsverbands am Sonntag darauf verständigt, Sanatoriumswiese und Osthang unberührt zu lassen und den Bannwald zu schützen. Langfristiges Ziel sei außerdem die Energiewende. "Das ist mehr als nix", kommentierte Schulte-Krauss die Pressemitteilung. Damit habe man auch keinesfalls gerechnet. "Doch wir werden die CSU nicht empfehlen." Gleiches gelte für Rudolph Haux. Den anfänglichen Bonus - "ein prinzipieller Konsens war schon da" - habe er sich im Wahlkampf verspielt.

Unterstützung erhält der FDP-Kandidat damit nur von der SPD und der Freien Bürgergemeinschaft Krailling (FBK). Das Wahlergebnis vom 12. Mai zeige, dass "nur ein Drittel der Wähler für eine Fortsetzung der nunmehr 70-jährigen CSU-Dominanz ist", schreibt der FBK-Vorsitzende Wilhelm Mahler und plädiert für einen "Neubeginn" mit mehr Übereinstimmung mit der Bevölkerung". Dann habe auch die Zeit häufiger Bürgerbegehren ein Ende. Im vergangenen Jahr wollte die FBK die Neugestaltung des Paulhanplatzes in der Ortsmitte per Unterschriftensammlung stoppen.

Zentrale Forderungen der FBK an den künftigen Bürgermeister ist laut Mahler, dass das Wirtschaftswachstum nicht mehr an erster Stelle stünde und die Flächenerweiterung der KIM ein Ende habe. "Herr Haux scheint und hierbei der zugänglichere Kandidat zu sein."