Mitten in StarnbergRitter ohne Pferd und Adel

Lesezeit: 2 Min.

Flankiert von Recken in Rüstung wird Markus Mayr, nachdem er auf Schloss Kaltenberg zum Bierritter geschlagen wurde.
Flankiert von Recken in Rüstung wird Markus Mayr, nachdem er auf Schloss Kaltenberg zum Bierritter geschlagen wurde. Antonia Mattheis; König Ludwig International

Der Friseur Markus Mayr ist neuerdings königlich bayerischer Bierritter.

Von Sabine Bader, Starnberg

SZ bei Google bevorzugen

Es wimmelt nur so von Königinnen auf der Welt: Da ist zum Beispiel die Weinkönigin, die kennt fast jeder. Von der Spargelkönigin hat der ein oder andere auch schon gehört. Dann gibt es eine Blüten-, Ernte-, Milch-, Fisch- und sogar eine Kartoffelkönigin. Die Männer, man muss es so hart ausdrücken, haben da eindeutig das Nachsehen: Was die kulinarisch-gekrönten Häupter angeht, regiert klar das Matriarchat.

Aber halt, auch wenn es bei den Herren der Schöpfung zum König nicht ganz reicht: Zum Ritter schafft es mancher neuerdings doch. Da ist Markus Mayr, ein 46-jähriger Friseurmeister aus Berg, der in Starnberg seinen Salon betreibt. Er hat jüngst bei einem Festakt auf Schloss Kaltenberg im Beisein von Luitpold Prinz von Bayern den Ritterschlag halten und darf sich somit fortan ganz offiziell "Sir Markus, der Erfindungsreiche zu Berg" nennen und König-Ludwig-Biere repräsentieren. Sein Rittername rührt daher, dass Mayr in seiner Freizeit ständig am Entwerfen und Fertigen ist. So hat er beispielsweise das Interieur in seinem Starnberger Salon "Haarkus" zum großen Teil selbst konzipiert und gebaut.

Die Werbeidee mit den Bierrittern kam den Brauhaus-Strategen übrigens, weil ihr Kaltenberger Ritterturnier bereits zwei Jahre in Folge wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste. An die hundert Möchtegern-Ritter hatten sich daraufhin im Internet um den Titel beworben. Aber wen wundert`s, dass Mayr beste Chancen hatte: Ist er doch nicht nur ein waschechter Bayern, sondern stammt auch noch aus Berg - jenem Ort mit dem Lieblingsschloss von König Ludwig II., in dem letztlich auch dessen tragisches Schicksal besiegelt wurde. "Wir haben als Kinder schon im Schlosspark verstecken gespielt", erzählt Mayr, der die Jury mit seinem Bewerbungsvideo überzeugten konnte. Und so ist er jetzt - ebenso wie Marion Rankel aus Feldafing und Franz Strobl aus der Hallertau - "Königlich bayerischer Bierritter zu Kaltenberg".

Als Botschafter muss Mayr natürlich bestimmte Voraussetzungen mitbringen. Die Wichtigste: Eine besondere Affinität zum Bier. Nun ist der 46-Jährige zwar nicht gerade der Typ, der sich täglich seine ein oder zwei Feierabend-Halbe genehmigt. Er legt eher Wert darauf, zu einem guten Essen auch ein ausgewähltes Bier zu genießen. Mayr und seine beiden Mitstreiter werben zudem mit Filmchen, mit denen sie für die Biermarke regelmäßig den Social Media-Auftritt von "König Ludwig International" bedienen. Im Gegenzug gibt es regelmäßig Bierlieferungen aus Kaltenberg.

Die Veranstalter gehen übrigens davon aus, dass das Ritterturnier heuer an den drei letzten Wochenende im Juli wieder steigen kann. Ritter Markus, der Erfindungsreiche, ist dann natürlich mit von der Partie.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: