FreizeitsportNeue Boulderhalle in Gilching

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Der Treffpunkt für Kletterer und Boulderfans im Münchner Westen ist das Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Gilching. Es wird jetzt um eine Boulderhalle erweitert, die hier hinter Zentrumsleiter Dominik Arnold gebaut wird.Fotos:
Der Treffpunkt für Kletterer und Boulderfans im Münchner Westen ist das Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Gilching. Es wird jetzt um eine Boulderhalle erweitert, die hier hinter Zentrumsleiter Dominik Arnold gebaut wird.Fotos: Franz Xaver Fuchs
  • Der Deutsche Alpenverein baut für rund sechs Millionen Euro eine neue Boulderhalle am Kletterzentrum München West in Gilching.
  • Die 750 Quadratmeter große Halle soll Anfang 2027 eröffnet werden und dem wachsenden Interesse am Trendsport Bouldern gerecht werden.
  • Das Zentrum empfing im vergangenen Jahr 75.600 Besucher und wird mit dem Neubau barrierefrei weiterentwickelt.
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Der Deutsche Alpenverein errichtet für sechs Millionen Euro einen Anbau am Kletter- und Boulderzentrum München West. Er soll Anfang 2027 in Betrieb gehen und dem Boom des Trendsports Rechnung tragen.

Von Christian Deussing, Gilching

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„Ich bin total happy, dass es jetzt losgeht“, sagt Dominik Arnold. Denn die Bagger haben mit den Erdarbeiten auf dem Areal neben dem Kletter- und Boulderzentrum München-West des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Gilching begonnen. Arnold ist dort der Leiter und freut sich über den Spatenstich zur neuen Boulderhalle, die rund 750 Quadratmeter Fläche mit einfachen Wandneigungen bis zu starken Überhängen bieten wird.  Das Gebäude entsteht auf Holzständern, wodurch keine neuen Bodenflächen versiegelt werden müssten, erläutert Laura Betzler von der DAV-Pressestelle. Der Alpenverein Sektion München & Oberland investiert mehr als sechs Millionen Euro in das Projekt, das aus Mitgliedsbeiträgen und mit einer Crowdfunding-Aktion finanziert werden soll.

Geplant ist, die neun Meter hohe Halle bis Ende Februar 2027 fertigzustellen. Darin sollen dann einfache und anspruchsvolle Routen geboten werden, für Anfänger und leistungsorientierte Sportler, leichte Neigungen und starke Überhänge. Beim Bouldern gibt es weder Seil noch Gurt, geklettert wird auf bis zu 4,50 Meter Wandhöhe. Wer den Halt verliert, fällt auf dicke Weichbodenmatten. Das Bouldern werde immer beliebter, vor allem bei jungen Leuten, auch weil dafür wenig Ausrüstung und keine Vorkenntnisse notwendig seien, erläutert Arnold. Der Bedarf für die neue Halle sei vorhanden. Die biete dann auch mehr Platz und Variationen als der jetzige Indoor-Bereich, der nicht mehr zeitgemäß sei. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sei die Erweiterung beim Gilchinger Kletter- und Boulderzentrum erforderlich und somit eine Investition in die Zukunft, sagt Arnold. Das besondere Augenmerk liegt weiterhin auf dem Breitensport, das DAV-Zentrum empfängt auch gern Schulklassen. Im vergangenen Jahr nutzten insgesamt 75 600 Besucher die Kletteranlage, die vor 20 Jahren an der Frühlingstraße eröffnet wurde.

Mit dem Neubauprojekt wird laut DAV gleichzeitig das gesamte Zentrum barrierefrei weiterentwickelt – inklusive Aufzug und besserer Zugänglichkeit. Überdies soll der Indoor-Bereich umgebaut und saniert werden, geschaffen wird mit rund 220 Quadratmetern Boulderfläche ein neuer Familien- und Kursbereich. Student Tim Mayer, der zum DAV-Trainerteam und Wettkampfkader München gehört, freut sich schon sehr auf die große Boulderhalle mit moderner Lüftung, die ihm und seinen Kursteilnehmern vielseitige Perspektiven eröffnet – unabhängig vom Wetter und auch im Winter.

André Tödtmann trainiert an einer Boulderwand im Freien.
André Tödtmann trainiert an einer Boulderwand im Freien. Franz Xaver Fuchs

Beliebt sind Gilching aber auch die Outdoor-Boulderwände mit ihren 300 Quadratmetern Fläche. Die Kletterer können sich an bunten Griffen und Felsimitaten festhalten, die Schwierigkeitsstufen der Routen liegen zwischen eins bis neun. Um fit zu bleiben, erklimmt hier regelmäßig Imke Herrmann die Wände, die vor Regen geschützt sind. Auch eine Kinderärztin ist mit ihrem kleinen Sohn an diesem Tag gekommen. Die 41-Jährige schätzt das Bouldern, weil es dem „Ganzkörpertraining und der Konzentration“ diene. Schon sehr gekonnt hängt derweil André Tödtmann an der „Atlantiswand“: Der Student besitzt eine Jahreskarte und verbessert mit viel Spaß seine Fitness. „Ich komme hier sehr gut runter“, erzählt der junge Mann und meint den Stressabbau. Und schon ist er wieder in einer anderen Boulderecke unterwegs.

So könnte die Boulderhalle (rechts) in Gilching später aussehen. Unter dem Gebäude sind Parkplätze vorgesehen.
So könnte die Boulderhalle (rechts) in Gilching später aussehen. Unter dem Gebäude sind Parkplätze vorgesehen. Visualisierung/DAV
Die geplante Halle hat viele kreative Wandneigungen für Boulderer zu bieten.
Die geplante Halle hat viele kreative Wandneigungen für Boulderer zu bieten. Beispielhafte Visualisierung/DAV

Dominik Arnold beobachtet die Szene und ist zufrieden. „Klettern ist therapeutisch, erfordert Mut, viel Technik und Körperbeherrschung“, sagt er. Das führe auch zu Erfolgserlebnissen. Der Münchner ist seit sechs Jahren DAV-Betriebsleiter in Gilching und ist optimistisch, dass der Boulder-Boom anhält. Erst recht, wenn die neue Halle steht und wohl zu noch mehr Begegnungen von Kletterfans aus der Region führt. „Ich spüre bereits eine positive Resonanz bei den Besuchern“, berichtet der Familienvater, der mit zwölf Jahren seine Leidenschaft für das Klettern entdeckt hat – und dies mit seinen Angeboten auch vermittelt. Dazu gehört auch das Projekt „Mitklettern“, das Menschen mit Behinderungen behutsam und fachkundig an diesen Sport heranführt.

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