Wer das neue Bootshaus von „Haus Buchenried“ in Leoni betritt, denkt sich unweigerlich „Wow!“. Wirkt das Gebäude doch luftig und großzügig, was man erst einmal nicht erwartet hätte. Das mag wohl an seiner Form liegen, die einem umgedrehten Schiffsrumpf sehr nahekommt. Und durch den spitzen Giebel erhält die Holzkonstruktion zugleich eine sakrale Note.
Der Neubau steht exakt auf den historischen Fundamenten des Vorgänger-Gebäudes, heißt es aus dem Architekturbüro Schreiber in München. Er hat damit eine Grundfläche von rund 16 mal acht Metern. Architektin Claudia Schreiber hat das Gebäude optisch ähnlich konzipiert wie den Werftbetrieb der Bayerischen Seenschifffahrt am Tegernsee im Jahr 2009.
Der Neubau war nötig geworden, weil das 120 Jahre alte historische Bootshaus, das zum Anwesen des Seminarzentrums von Haus Buchenried der Münchner Volkshochschule in Leoni gehörte, am 7. August 2018 bis auf die Grundmauern niedergebrannt war. Außergewöhnlich ist der Vorgang deshalb, weil normalerweise Bootshäuser am See, die einmal – aus welchem Grund auch immer – abgebrochen wurden, grundsätzlich nicht erneuert werden dürfen. Ausnahmen machen die Behörden nur, wenn der Wiederaufbau zeitnah erfolgt.
Wie man heute feststellen kann, ist „zeitnah“ ein recht dehnbarer Begriff. Laut dem Bauherrn wurde zwar bereits seit dem Brand des Gebäudes am Bauantrag für das neue Bootshaus gearbeitet. Aber trotz allen guten Willens zog sich das Ganze zeitlich in die Länge. Der Grund hierfür waren offenbar diverse Gutachten und Abstimmungsprozesse gewesen – unter anderem mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt, der Schlösser- und Seenverwaltung sowie der Versicherung und mehreren Ingenieurbüros. Auch der Berger Gemeinderat hatte den Bauherrn seinerzeit nichts in den Weg gelegt und seine einhellige Zustimmung zum Wiederaufbau erteilt.
Die Spezialisten der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck waren bei der Forschung nach der Brandursache zu dem Ergebnis gelangt, dass das Feuer seinerzeit durch einen technischen Defekt in der Verkabelung ausgelöst worden war. Für Brandstiftung fanden die Ermittler keinerlei Hinweise. Das Feuer hatte damals zehn Elektro- und zwei Motorboote zerstört. Den Sachschaden bezifferten die Sachverständigen auf rund 400 000 Euro. Den Uferstreifen samt Bootshaus hatten die Verantwortlichen aus der Landeshauptstadt bereits seit 1981 an die Fischerfamilie Gastl verpachtet, deren Anwesen direkt neben dem städtischen Grundstück liegt. Einige Verleihboote der Gastls waren in der Brandnacht ebenfalls komplett zerstört worden.

Laut dem Leiter von Haus Buchenried, Christian Haager, ist auch künftig wieder an eine Vermietung der Bootsliegeplätze in Inneren des Gebäudes gedacht, allerdings nicht zu gewerblichen Zwecken.
Im offiziellen Plan des Gebäudes wird der kleine Vorraum im Inneren des Bootshauses unverfänglich als „Lager“ oder Raum zur „Vorbereitung“ bezeichnet. Und Haager nennt ihn „keinen festen Unterrichtsraum“. Wenngleich sich der Raum mit seinem direkten Zugang zu einer kleinen Veranda über dem Wasser vortrefflich für kleine Seminare oder Zeichenworkshops eignen dürfte.
An diesem Donnerstag, 18. September, wird das neue Bootshaus mit geladenen Gästen eingeweiht. Weiter gehen die Feierlichkeiten dann am kommenden Wochenende unter dem Motto „Porto Leoni Pop-Up“ mit einer Ausstellung von Skulpturen und Objekten des Allmannshauser Bildhauers Hans Panschar.
Die Einweihung des Bootshauses findet am Donnerstag, 18. September, 19 Uhr, statt. Die Vernissage zur Ausstellung von Hans Panschar ist am Freitag, 19. September, 19 Uhr, geplant. Die Ausstellung kann am Samstag und Sonntag, 20. und 21. September, von 11 bis 19 Uhr besucht werden. Parkmöglichkeiten gibt es auf dem Gelände der VHS Buchenried.

