Blitzeis-Atlas Wo es auf den Straßen im Landkreis Starnberg schnell glatt wird

Besonders aufpassen müssen Autofahrer auf der Maisinger Brücke, wo sich wegen der hohen Lage über der Schlucht Blitzeis bilden kann. Seit die Warnschilder stehen, haben sich aber weniger Unfälle ereignet.

(Foto: Georgine Treybal)

Die Polizei warnt vor den gefährlichsten Stellen. Rund um Traubing hat es in den vergangenen beiden Wintern 17 Mal gekracht. Neue Schwerpunkte sind die Kreisel.

Von Christian Deussing

Gefährlich glatt wird es jetzt auf den Straßen im Fünfseenland, denn Frost und Schneefall sind angesagt. Die Polizei warnt daher Autofahrer vor besonders tückischen Stellen in der Region. So wurde es bereits am Mittwoch auf der Staatsstraße zwischen Berg und Aufkirchen äußerst brenzlig, als auf der vereisten und steilen Strecke mehrere Fahrzeuge hängen blieben und auch drei Linienbusse festsaßen.

Laut Polizei musste in dieser Lage auch ein 39-jähriger Berger abbremsen, woraufhin ein hinter ihm fahrender 27-jähriger Pfarrkirchener mit dem Heck seines Pkw in den Wagen des Bergers rutschte. Es sei zwar bei der Kollision niemand verletzt worden, doch der 27-Jährige müsse mit einem Bußgeld rechnen, weil er seine Geschwindigkeit nicht den winterlichen Verhältnissen angepasst habe, erklärt Oliver Jauch, der für den Verkehr im Landkreis Starnberg zuständige Polizeihauptkommissar.

Vor allem in Waldbereichen, auf Höhenzügen und Brücken drohten eine besondere Gefahr, betont der Polizeihauptkommissar und nennt die Brennpunkte: Besonders gefährlich seien die Bundesstraße 2 zwischen Traubing und Gut Kerschlach und die Staatsstraße von Traubing nach Garatshausen. In diesen Bereichen gab es laut Jauch in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 17 glättebedingte Unfälle. Auch auf der Römerstraße im kurvenreichen Waldgebiet zwischen der Kreuzung bei Pentenried und Gut Hüll ereigneten sich in diesem Zeitraum auf schneeglatter Fahrbahn ein halbes Dutzend Unfälle, berichtet der Starnberger Beamte.

Autofahrer müssen auch auf der Staatsstraße zwischen Possenhofen und Niederpöcking auf der Hut sein, die am Badegelände Paradies vorbeiführt. Denn dort treffen Wasser und Kälte zusammen, woraufhin schnell einmal Glätte aufkomme, so Jauch. Hier ereigneten sich vier Unfälle. Dreimal gekracht hat es in dem tückischen Waldstück zwischen Höhenrain und Münsing, im Bereich des Buchsees kurz vor der Landkreisgrenze - ebenso wie zwischen Andechs und Fischen beim Urihof.

Auffällig sind für die Polizei zudem die häufigen Karambolagen an den neuen Kreiseln südlich von Weßling, der Waldkreuzung zwischen Starnberg und Oberbrunn und auch am Maxhofkreisel auf der B 2. Dort wurden insgesamt schon elf Glätteunfälle seit 2017 registriert. Das sei wohl darauf zurückzuführen, dass man vor dem Kreisverkehr zwangsläufig abbremsen müsse, was zu einem höheren Rutschrisiko als auf freier Strecke führe, erklärt Jauch. Die Gefahr, im dichten Stadtverkehr durch Bremsen auf den Vordermann zu rutschen, sei nochmals höher.

Bei derartigen Unfällen höre er von Autofahrern oftmals die Erklärung: "Es war glatt, ich konnte nichts dafür." Das sei aber aus rechtlicher Sicht meist falsch, sagt Jauch. Denn ein Schleudern auf winterglatter Fahrbahn sei stets ein deutlicher Anhaltspunkt dafür, dass der Autofahrer sein Tempo eben nicht den Wetterbedingungen angepasst habe. Unfallverursacher müssten mit einem Bußgeld von 145 Euro rechnen, mahnt Jauch. Erfreulich ist für den Experten dagegen, dass es seit zwei Jahren auf der Brücke über die Maisinger Schlucht zwischen Söcking und der Maxhof-Kaserne nur einen Unfall gegeben hat. Die großen Warnschilder vor Eis und Glätte auf dieser langen Brücke hätten offenbar gewirkt, glaubt der Polizeihauptkommissar.

Es gibt aber in der Region auch eine weitere Brücke, auf die Auto- und Lastwagenfahrer jetzt bei Schnee und Glätte besonders achten und langsam fahren sollten - auf der kurvigen Autobahnbrücke bei Greifenberg. Darauf verweist der Dießener Polizeichef Alfred Ziegler. Gefährlich sind überdies Schneeverwehungen auf freiliegenden Strecken wie zwischen Andechs und Söcking, warnt Alexander Gebhardt von der Herrschinger Polizei.

Die Späher der Winterdienste rücken bereits um 2 Uhr nachts aus, um die neuralgischen Stellen auf wichtigen Straßen zu erkunden, damit die Streu- und Räumfahrzeuge rechtzeitig unterwegs sind, sagt Konrad Herz, stellvertretender Leiter der Kreisstraßenmeisterei in Gilching. Dort und auch am Stützpunkt in Söcking liegen insgesamt 1300 Tonnen Streugut in den Lagern. Die Salzberge dürften jetzt erheblich schmelzen.