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Bestattung:Tutzing richtet Ruhewald ein

Ein Ruhewald für anonyme Urnenbestattungen auf dem Waldfriedhof soll in Tutzing bis Jahresende realisiert werden. Der Beschluss war schon 2019 gefasst worden, da die Nachfrage für diese Bestattungsform in der Seegemeinde groß ist. 21 Anwärter "wollen rein", berichtete Hauptgeschäftsleiter Marcus Grätz vor Kurzem dem Hauptausschuss. Viele Tutzinger hätten ihren diesbezüglichen Wunsch bereits bei Bestattern hinterlegt. Eine finanziell günstige Alternative, die allen die Sorge der Grabpflege nimmt, die keine Angehörigen am Ort haben. Der Ruhewald wird links vom Eingang des Waldfriedhofs unter Bäumen situiert. Er soll in Form einer großen Spirale angelegt werden, versehen mit Metallhülsen im Boden für 100 bis 200 Urnen. Der genaue Umfang ist noch nicht entschieden. Die Urnenhülsen selbst bleiben anonym, dort soll auch von Angehörigen nichts abgelegt werden dürfen. In der Mitte der Spirale ist jedoch ein Findling vorgesehen, auf dem die Namen der Verstorbenen auf kleinen Tafeln verewigt werden. Dort können Besucher eine Kerze oder Blumen hinstellen. Dass Namen auf einen Verstorbenen hinweisen, unterscheidet den Ruhewald von einem Friedwald mit komplett anonymer Bestattung in kompostierbaren Urnen unter einem Baum. Vize-Bürgermeisterin Elisabeth Dörrenberg, die auch Behindertenbeauftragte der Gemeinde ist, regte behindertengerechte Wege und mehrere Bänke zum Verweilen an.

© SZ vom 20.07.2020 / manu
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