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Bernried:Weniger Baurecht für Waldhortareal

Auf dem Grundstück sollen drei Villen entstehen

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Bernried

Ungeachtet des drohenden Bürgerbegehrens sollen die Planungen für das Waldhortgrundstück weiterlaufen. Der Gemeinderat segnete am Donnerstag einstimmig die Auftragsvergabe zur Überplanung des 5710 Quadratmeter großen Areals ab. Nach den Vorgaben eines Städteplaners sowie einer Landschaftsplanerin soll das vorhandene Baurecht reduziert werden, das mehr als 30 Wohneinheiten vorsah.

Im Dezember waren mehrere Varianten vorgestellt worden. Nun soll die geringste Bebauung mit nur drei Villen weiterverfolgt werden. Der Waldhort darf das Grundstück noch bis 2023 nutzen. Die Gemeinde wolle sich diese Möglichkeit offenhalten, solange der Investor nicht baue, sagte Bürgermeister Georg Malterer. Wie er hervorhob, seien die Planungen des Investors noch nicht konkret. Er habe bislang lediglich eine Absichtserklärung abgegeben. Der Billigungsbeschluss erfolgt laut Malterer erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Grünen, die ein Bürgerbegehren gegen den Verkauf des Grundstücks anstreben, hatten ebenfalls zugestimmt. Dies sei lediglich die Zustimmung zur Baurechtsreduzierung, schränkte Michael Haberl (Grüne) ein, der Mitinitiator des Begehrens. Der Verkauf werde weiterhin abgelehnt. Die Nachfrage von Roland Seidl (BLB), wie viele Unterschriften bereits gegen den Verkauf gesammelt worden seien, beantwortete Haberl nur vage mit "etwa 200".

Wie der Grünen-Gemeinderat selbst in der Sitzung einräumte, sei es unwahrscheinlich, dass die für das Begehren notwendigen 400 Unterschriften noch zusammenkommen werden. Haberl: "Wir überlegen uns, wie es weitergeht." Daraufhin forderte Markus del Fabbro (BLB) die Initiatoren auf, "die Sache abzublasen". Es müsse doch klar sein, dass das Begehren keine Aussicht auf Erfolg mehr habe, meinte er.

Auf Vorschlag des Rathauschefs sollen die Initiatoren in der nächsten Gemeinderatssitzung darüber berichten, wie sie weiter verfahren wollen. So könnten sie sich vorbereiten, außerdem lasse sich dann eine Diskussion wie im Dezember vermeiden, so Malterer mit Blick auf die Angriffe, die die Grünen damals hinnehmen mussten.

© SZ vom 16.01.2021
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