bedeckt München

Bernried:Verkaufen, um zu bleiben

Neues Kapitel in der langen Geschichte des Klosters Bernried: Schweren Herzens geben die Schwestern zum Jahresende ihr beliebtes Bildungshaus auf.

(Foto: Arlet Ulfers)

Schwestern wollen im 900. Jahr das Kloster veräußern

Nach 900 Jahren geht am Starnberger See eine Ära zu Ende. Die Bernrieder Schwestern kündigen an, das Kloster an die Gemeinde zu verkaufen - ein wertvolles Gelände von 30 000 Quadratmetern mit bislang abgeschlossenem Badeplatz. Sie können sich den geforderten aufwendigen Brandschutz für das als Bildungshaus genutzte Kloster schlicht nicht leisten. Grundschule, Kita, vielleicht ein Gasthaus sollen in den alten Mauern unterkommen. Die 16 Missionsbenediktinerinnen mit Priorin Ruth Schönenberger könnten im Kloster wohnen bleiben. Das "Klosterdorf" wiederum könnte sein Wahrzeichen sichern. Der Deal wackelt aber noch.

Denn ein anderes Grundstücksgeschäft steht auf der Kippe. Die Gemeinde will das Waldhortareal am Reitweg als Baugrund verkaufen, um mit dem Erlös eine Einrichtung für Betreutes Wohnen zu finanzieren. Dagegen sträubt sich aber die kleine Gruppierung Bernrieder Liste für Mensch und Natur/Grüne. Sie strengt derzeit ein Bürgerbegehren an, um die Naturlandschaft zu erhalten, wie sie ist. Dann, so Bürgermeister Georg Malterer, müsste Bernried für das Betreute Wohnen einen Kredit aufnehmen. Den Klosterkauf jedoch könnte der 2300-Seelen-Ort in der Folge nicht stemmen. Für die Schwestern heißt das in diesen Tagen: hoffen und beten.

© SZ vom 29.12.2020 / manu
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema