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Illegale Hochzeitsfeier am Starnberger See:Polizei verweigert den Segen

Kloster der Missionsbenediktinerinnen

Fünf Streifenwagen sind am Samstag im Klosterhof in Bernried angerückt, wo ein Brautpaar aus dem Raum München Hochzeit feierte.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Trauung in der Bernrieder Klosterkirche mit 100 Gästen war wegen eines Hygienekonzepts wohl zulässig - das Fest danach allerdings nicht.

Von Manuela Warkocz, Bernried

So viele Gäste bei einer Trauung in der Klosterkirche? Und dann eine Feier im Klosterhof mitten in der Corona-Krise - dass die Schwestern das erlauben? Ganz schön viel Wirbel über das beschauliche Klosterdorf Bernried am Starnberger See hinaus hat die Hochzeit mit fast 100 Besuchern ausgelöst, die am Samstagnachmittag die Polizei beendete. Fünf Streifenwagen waren auf einen Hinweis hin ausgerückt, hatten um 15 Uhr nur noch wenige Hochzeitsgäste angetroffen, aber mit Hilfe einer Gästeliste die gesamte Gesellschaft erfasst, meldete das Präsidium Oberbayern Süd. Die Gäste werden wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Maskenpflicht und Abstand vor der Kirche sollen nicht eingehalten worden sein.

Im Kloster wäscht man seine Hände in Unschuld ob der Nachfragen. Mit der Hochzeit habe man nichts zu tun gehabt, versichert die stellvertretende Oberin Mechthild Hommel. Die Gäste seien nicht auf Klostergrund zusammengekommen, sondern auf dem öffentlichen Klosterhof. Nur die Feier wird auch beanstandet, nicht der Gottesdienst.

Der 31 Jahre alte Bräutigam und seine 30-jährige Braut aus dem Münchner Raum "haben das alles komplett vorschriftsmäßig gemacht", sagt der Bernrieder Mesner Helmut Schindler. Zwar sei die Kirche derzeit nur für 40 Einzelplätze ausgelegt. Hausstände dürften aber zusammenrücken. Somit könnten an die 100 Besucher regulär rein. Schon eineinhalb Stunden vor dem Gottesdienst um 10.30 Uhr hätten sich die Gäste eingefunden: "Corona-Test für alle, auch die zirka 15 Kinder, und unsere Ministranten."

Dann alle Hände desinfizieren, in die Bänke nach genauem Sitzplan des Brautpaares, Maske während der gesamten Zeremonie, die ein mitgebrachter Pfarrer zelebrierte, kein Gesang. "War alles kein Problem", berichtet der Mesner, der als äußerst penibel bekannt ist. Die Polizei befand das Hygienekonzept denn auch für einwandfrei. Tische und Sekt nach dem Kirchenauszug jedoch nicht. "Beim Sekttrinken kann man keine Maske auflassen. Die Gäste hätten sich sofort zerstreuen müssen", heißt es aus dem Landratsamt. Über ein Bußgeld werde nun im Einzelfall entschieden.

© SZ vom 20.04.2021/syn/kaeb
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