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Bernried:Neubau am Bahnhof

Bernried Bahnhof

Nahe des Bahnhofs Bernried soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Die Gemeinderäte erhoffen sich eine Belebung des Vorplatzes.

(Foto: Georgine Treybal)

Nahe der denkmalgeschützten Station soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Allerdings muss der Bauherr sicherstellen, dass die markante Linde erhalten bleibt

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Bernried

Im Bereich des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes in Bernried soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Für das Areal zwischen dem Bahnhof und dem ebenfalls denkmalgeschützten Nebengebäude besteht bislang kein Baurecht. Unstrittig war im Bernrieder Gemeinderat am Donnerstag, dass ein Baurecht an dieser Stelle geschaffen werden soll. Über den Schutz einer Linde sowie die Größe des Gebäudes indes wurde kontrovers diskutiert. Letztendlich befürwortete das Gremium den Vorbescheidsantrag gegen vier Stimmen mit der Einschränkung, dass der Bauwerber eine Lösung findet, den Baum zu erhalten.

Im Erdgeschoss des geplanten, zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshauses soll im Bereich des Platzes ein Vorbau mit begrüntem Dach entstehen. Nach den Vorgaben des Denkmalschutzes - die Planungen sind laut Steigenberger eng mit der Behörde abgestimmt worden - muss die Fassade des holzverkleideten Neubaus zurückhaltend gestaltet werden und darf die Höhe des Bahnhofsgebäudes keinesfalls überschreiten. Vorrangiges Ziel ist es jedoch laut Steigenberger den Baum zu schützen. Dieser stehe jedoch der geplanten Tiefgarageneinfahrt im rückwärtigen Teil des Gebäudes im Weg. Die Einfahrt lässt sich aber seiner Meinung nach durch einen Kfz-Aufzug ersetzen. Darüber hinaus könnte das Gebäude näher in Richtung des Bahnhofsvorplatzes gerückt werden. Konkrete Lösungen könnten also gefunden werden. Bei dem derzeitigen Planungsstand müsse das Gremium lediglich eine Entscheidung treffen, ob grundsätzlich eine Baugenehmigung in Aussicht gestellt werden könne, hieß es.

Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde vor etwa zehn Jahren ein "Baum der Versöhnung" mit einer Gedenktafel davor gepflanzt. Ein Mal pro Jahr wird auf der Wiese an den Zug der KZ-Häftlinge erinnert. Nach den Wünschen der Bernrieder soll der Platz stärker belebt werden. Seit Jahren wird über Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert. Schon 2013 wurden erste Planungsskizzen erstellt. Ein Wochenmarkt wurde eingeführt. Er konnte sich allerdings nicht etablieren, und es wurde wieder ruhig auf dem Platz. Nun plädierten einige Räte dafür, zunächst den Platz zu gestalten und erst später ein Baurecht zu vergeben. Nach Angaben der BN-Ortsvorsitzenden Veronika Bischoff (ÜFW) muss der Schutz der kartierten Linde und eine entsprechende Platzgestaltung auf jeden Fall Vorrang haben. "Das Gebäude muss dem gemeindlichen Interesse am Platz untergeordnet werden", brachte es Christine Philipp (BL) auf den Punkt. Der Antrag auf Baurecht sei legitim, konterte Steigenberger. "Ich verstehe nicht, was daran falsch sein soll." Wie die Architektin Ingrid Klemm-Beyer (ÜFW) erklärte, kann der Platz erst funktionieren, wenn ihm die Gebäude einen Rahmen geben und er durch die geplanten Geschäfte belebt wird. Wolfgang Mutter (FDP) ging sogar noch weiter. Für ihn hat der Neubau absolute Priorität. "Man kann Bäume auch nachpflanzen", betonte er. Der Antrag von Walter Westermeier (SPD), den Neubau abzulehnen, weil er zu prägnant sei und sich nicht dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude unterordne, wurde lediglich von seiner Fraktionskollegin Anna-Maria Groß unterstützt.

© SZ vom 17.09.2019

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