Bernried:Kaufvertrag liegt noch im Vatikan

Bernried: Die Gemeinde übernimmt das Kloster in Bernried von den Missions-Benediktinerinnen.

Die Gemeinde übernimmt das Kloster in Bernried von den Missions-Benediktinerinnen.

(Foto: Arlet Ulfers)

Nonnen brauchen Genehmigung für Abgabe des Klosters

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Bernried

Mit einem Volumen von knapp 17 Millionen Euro fällt der Haushalt der Gemeinde Bernried heuer um zwei Millionen Euro höher aus als in den vergangenen Jahren. Größere Investitionen stehen bevor für den Kauf des Klosters mit dem Umbau des Gartensaals zu einer Kinderkrippe und den Kauf von 13 Seniorenwohnungen im Betreuten Wohnen für 4,5 Millionen. Für den Sommerkeller fallen Restzahlungen von knapp zwei Millionen an.

Den Verkauf des Klosters müssen die Missionsbenediktinerinnen noch vom Vatikan absegnen lassen, sagte Bürgermeister Georg Malterer im Gemeinderat. Der Kaufvertrag liege noch immer in Rom. Deshalb bleibe aber auch genug Zeit für die Gründung eines Kommunalunternehmens, das die Verwaltung von Sommerkeller und Kloster übernehmen soll. Dafür ist ein Stammkapital von 100 000 Euro eingeplant. Nach den Vereinbarungen dürfen die Nonnen weiter kostenlos im Kloster wohnen und das Bildungshaus betreiben, Details wie die Übernahme der Mitarbeiter und ihrer Arbeitsverträge müssen noch geklärt werden. Der Klosterkauf soll in Ratenzahlungen bis zum Jahr 2037 abgewickelt werden. Die erste Rate von einer halben Million wird heuer fällig.

Bernried muss einen neuen Kredit von 2,5 Millionen Euro aufnehmen, so dass sich der Schuldenstand bis Ende des Jahres auf mehr als acht Millionen Euro erhöht. Auch die Rücklagen sind abgeschmolzen auf 47 000 Euro. Doch der Verkauf von Gewerbegrund soll wieder Geld in die Kasse bringen. Bürgermeister Malterer wies im Gemeinderat darauf hin, dass die Kommune etwa 70 000 Quadratmeter Gewerbegrund besitze, den sie beispielsweise für den Klosterkauf als Sicherheit bieten könne. Zudem werde ein großer Teil des Kredits, nämlich eine Million Euro, zur Zwischenfinanzierung des Umbaus der Kinderkrippen benötigt. Später gebe es staatliche Förderung in Höhe von 85 Prozent dafür. Die restlichen 1,5 Millionen aus dem Darlehen seien für das Betreute Wohnen vorgesehen. Zwar ist die Finanzierung teilweise durch einen Grundstücksverkauf gedeckt, doch zusätzlich müssen Räume es Seniorentreffs, der Nachbarschaftshilfe und der Tagespflege ausgestattet werden.

Ohne größere Debatte billigte der Gemeinderat den Haushalt. Kritisiert wurde lediglich, dass zu wenig für die Jugend getan werde. Auf einer Jungbürgerversammlung sollen nun die Jugendlichen nach ihren Wünschen befragt werden.

Nach Angaben von Kämmerin Eva Reicheicher hatte die Pandemie in Bernried nur geringe Auswirkungen. Als "beruhigend" bezeichnete sie den Umstand, dass es "eine breite Basis" an guten Gewerbesteuerzahlern gebe und die Gemeinde nicht nur von einem Unternehmen abhängig sei. Die Gewerbesteuern haben sich dank einer Nachzahlung auf 1,2 Millionen Euro erhöht, die Einkommenssteuern sind mit 1,8 Millionen Euro fast gleich geblieben. Die Kurbeiträge werden mit 100 000 Euro höher kalkuliert als im Vorjahr, weil mit der Einführung der "Königs-Card" die Beiträge erhöht werden sollen. Bei den Ausgaben ist die Kreisumlage mit rund 1,5 Millionen Euro am höchsten, die Kinderbetreuungskosten haben sich durch Corona auf 1,25 Millionen erhöht. Weitere geplante Vorhaben sind eine Photovoltaik-Anlage auf dem Rathausdach, um damit den Sommerkeller zu heizen, die Gestaltung des Dorfplatzes und der Ausbau von Wanderwegen.

© SZ vom 28.06.2021
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