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Bernried:Gutsbesitzer will Kapelle bauen

Standort auf einer Hügelkuppe liegt im Landschaftsschutzgebiet

Auf dem kleinsten Hügel kann Platz sein für eine Kapelle. Davon ist der Eigentümer von Gut Unterholz in Bernried überzeugt. Nach alter Tradition will er für die Bernrieder Bauern ein Kirchlein außerhalb des Gutshof-Areals bauen. Um den Standort im Landschaftsschutzgebiet gab es jedoch eine Debatte im Gemeinderat.

"Die Zeit, wo überall Kapellen in die Landschaft gebaut werden, ist längst vorbei", urteilte Franz Eder (BL/Grüne). Seiner Meinung nach ist genug Platz auf dem Betriebsgelände vorhanden. Für seinen Antrag, wonach die Kapelle auf dem Areal selbst gebaut werden sollte, fand er allerdings keine Unterstützung. Der Platz nördlich einer Holzbrücke auf der Hügelkuppe sei genau richtig, denn er diene als Landmarke, argumentierte Markus del Fabbro (BLB). Nach Ansicht von Robert Schiebel (CSU) würde mit einer Ausnahmegenehmigung auch kein Präzedenzfall geschaffen. Der Bau eines Kirchleins im Außenbereich eines landwirtschaftlichen Betriebs werde in der heutigen Zeit eine Ausnahme bleiben. Bürgermeister Georg Malterer erklärte, der Bau einer Kapelle sei vorerst ohnehin nur eine Idee. Im Zuge des Verfahrens werde es seiner Erfahrung nach sicherlich noch zu Änderungen kommen; der Eigentümer werde seine Wünsche mit der Gemeinde besprechen, so wie das auch bislang der Fall gewesen sei.

Der Eigentümer hatte drei weitere Bauanträge gestellt. Er will neue Reitplätze schaffen sowie eine Hackschnitzelanlage im Bereich von Reihenhäusern, um sein Anwesen mit einem eigenen Nahwärmenetz versorgen zu können. Darüber hinaus muss der Dachstuhl der Hess-Villa erneuert werden. Für die geplanten Vorhaben ist eine Änderung des Bebauungsplans sowie ein städtebaulicher Vertrag erforderlich. Der Kapellen-Standort soll nun in den Umgriff einbezogen werden.

© SZ vom 30.11.2020 / SBH
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