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Berg:Zehn Pferde mehr

Berg: Pferdebetrieb Dürrberghof

Wo jetzt noch Pferde grasen, möchte der Grundeigentümer einen Stall mit zehn Boxen errichten. Bislang ist der Berger Gemeinderat dagegen.

(Foto: Nila Thiel)

Halter will neuen Stall in Assenhausen bauen, doch der Gemeinderat lehnt ab

Von Sabine Bader, Berg

Wer auf der Staatsstraße zwischen Berg und Allmannshausen unterwegs ist, dem fällt die dreigeschossige Reithalle in Assenhausen auf. Wegen ihrer Größe ist sie bislang einzigartig in der Gemeinde Berg. Der Arzt, Pferdehalter und ehemalige CSU-Politiker Klaus Gröber hat sie 2016 auf seinem Anwesen errichten lassen. Nördlich der Halle will er jetzt einen Pferdestall mit zehn Boxen, Futter- und Sattelkammer sowie einem Heulager bauen. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Dienstag allerdings einstimmig dagegen ausgesprochen. Der Antragsteller habe bislang weder die Privilegierung des Vorhabens nachgewiesen noch die Schmutz- und Niederschlagswasserbeseitigung geklärt, hieß es zur Begründung. Erst wenn der Bauherr diese Nachweise erbracht habe, wolle man sich erneut mit dem Fall beschäftigen.

Die Fläche, um die es in dem Bauantrag geht, liegt direkt an der Staatsstraße im Außenbereich und Landschaftsschutzgebiet. Sie ist 3500 Quadratmeter groß und nach Angaben der Gemeinde im Flächennutzungsplan als "Fläche für die Landwirtschaft mit besonderen ökologischen und landschaftsprägenden Funktionen" eingetragen. Der beantragte Pferdestall soll eine Grundfläche von 288 Quadratmetern und eine Wandhöhe von knapp sieben Metern erhalten. Nach Angaben der Gemeinde müsste etwas mehr als ein Meter Erdreich abgegraben werden.

Bergs Bürgermeister Rupert Steigenberger warf in der Sitzung die Frage auf, ob man die vorgesehenen zehn Pferdeboxen in einem der anderen Stall- und Hallengebäude auf dem Grundstück untergebracht werden könnten. "Das gilt es noch zu prüfen", sagte er. Auf dem Areal gibt es neben der großen Reithalle an der Staatsstraße, in der auch Turniere ausgetragen werden können, noch weitere Bauten, darunter auch eine kleinere Bewegungshalle für die Tiere.

Derzeit hält Gröber nach eigenen Angaben 30 Pferde. "Ich möchte aber auf 40 Pferde aufstocken", sagte er der SZ. Denn sein ganzes Betriebskonzept sei auf 40 Tiere ausgelegt. Zudem seien zehn seiner Boxen nicht mehr nutzbar, da sie nach den heutigen Richtlinien zu dunkel seien. Diese habe er deswegen stillgelegt. Beim überwiegenden Teil der Pferde handelt es sich um Pensionspferde. "Fünf der Tiere sind meine eigenen Zucht- und Jungpferde", erklärte er.

Das Grundstück hat Gröber kürzlich von seiner Nachbarin Maria Pettinger erworben. Wie diese erklärte, habe sie ihm das Gelände "als landwirtschaftliche Grünfläche verkauft, damit die Tiere Weiden haben". Von dem Wunsch, einen Pferdestall mit zehn Boxen zu errichten, habe sie nichts gewusst, sagte Pettinger. Sie habe allenfalls mit dem Bau eines kleinen Unterstandes oder eines Heustadels gerechnet. Das Anwesen von Pettinger und deren Ehemann Giovanni Palla schließt im Norden an das Gröber-Grundstück an.

Bereits 2016, als Gröber seine große Turnierhalle baute, hatten sich die Eheleute darüber gewundert, dass die Behörden das Vorhaben so widerspruchslos durchgewunken haben. Die Gemeinderäte seien wohl nicht mutig genug zum Ablehnen gewesen, mutmaßten sie damals. Auch hatten sie in dieser Zeit vergeblich darauf gehofft, dass die übergeordneten Behörden darauf achten würden, ob der Nachbar wirklich genügend eigene Weideflächen für die Tiere besitzt, damit er als privilegierter Landwirt gelten kann.

© SZ vom 24.09.2020

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