bedeckt München 16°

Berg:Kanalanschluss für Mörlbach

Der Abwasserverband investiert in ein Pumpkraftwerk

Von Michael Berzl, Berg

Die Bewohner des kleinen Ortes Mörlbach in der Gemeinde Berg müssen sich auf umfassende Bauarbeiten am Kanalnetz einstellen. Abwasser fließt dort bisher in eine Teichkläranlage und von dort in den Mörlbacher Graben. Diese Art der Entsorgung lässt das Starnberger Landratsamt aber nicht mehr auf Dauer zu; spätestens Ende 2023 muss damit Schluss sein.

Das Schmutzwasser muss danach wie in fast allen anderen Orten rund um den Starnberger See auch in die Kläranlage eingeleitet werden. Dazu lässt der Abwasserverband bei der Teichkläranlage ein Pumpwerk bauen und von dort eine etwa eineinhalb Kilometer lange Druckleitung entlang der Kreisstraße bis nach Farchach zum dortigen Kanal verlegen. Außerdem müssen die Anschlüsse sämtlicher Privatgrundstücke umgebaut werden. Einstimmig hat die Verbandsversammlung am Donnerstag in Pöcking beschlossen, die Arbeiten mit einem Gesamtvolumen von knapp 4,6 Millionen Euro in Auftrag zu geben. Die Bauzeit ist mit insgesamt zwei Jahren veranschlagt. Noch in diesem September soll in dem Ort mit etwa 200 Einwohnern die Überprüfung der privaten Grundstücksentwässerungsanlagen beginnen.

Ende 2017 hatte das Landratsamt den Abwasserverband Starnberger See aufgefordert, die Einleitung aus der Teichkläranlage in den Mörlbacher Graben einzustellen. Das bisherige Mischsystem mit gemeinsamer Ableitung von Schmutz- und Regenwasser wird abgeschafft. Das Niederschlagswasser soll künftig gesammelt und an mehreren Stellen in den zum Teil verrohrten Bach und letztlich in zwei der Teiche geleitet werden. Die Rohre müssen zum Teil vergrößert werden, damit die Kapazität auch bei starkem Regen ausreicht.

Ohne Kanalanschluss sind im Verbandsgebiet noch die Ortschaften Taubenhüll bei Hanfeld und Landstetten. Das müsse in den nächsten Jahren geändert werden, kündigte Verbandsgeschäftsführer Norbert Impelmann an.

© SZ vom 25.07.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite