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Berg:Gemeinderat steht zum Wohnzentrum Osterfeld

Von Sabine Bader, Berg

Bezahlbarer Wohnraum ist in Berg für weniger Betuchte Mangelware. Das ist auch der Grund, warum die Gemeinde gemeinsam mit dem Verband Wohnen das "Wohnzentrum Osterfeld" mit 30 Mietwohnungen zwischen Aufkirchen und Aufhausen aus der Taufe heben möchte. Doch das soziale Bauprojekt kommt nicht bei allen Bürgern gut an. In einem Schreiben an die Kommune sprechen zwei Landschaftsarchitekten von einem "großen baulichen Fehler" und einem "Skandal", der "in Generationen nicht wieder gut zu machen" sei. Ingrid Liebald und ihr Ehemann Martin Richter-Liebald aus Farchach kritisieren neben dem künftigen Standort auch die Dimension des Vorhabens, das nach ihrer Ansicht einen "extrem großen Riegel" in der Landschaft darstellen werde.

In ihrer jüngsten Sitzung am Dienstag befassten sich die Berger Gemeinderäte erneut mit dem Vorhaben. Für alle neuen Ratsmitglieder erläuterte Wolfgang Robl, Technischer Leiter des Verbands Wohnen, nochmals den Werdegang des seit vier Jahren in Planung befindlichen Projekts. Robl machte zudem keinen Hehl daraus, dass sein Verband im Falle eines Scheiterns bereits eine sechsstellige Summe verlieren würde. Von Scheitern konnte an diesem Abend jedoch keine Rede sein: Mit großer Mehrheit brachte das Gremium den Bebauungsplan weiter voran.

Gleichwohl kann Bürgermeister Rupert Steigenberger die Kritik an dem Standort durchaus nachvollziehen. Auch er findet es schade, dass die beiden Ortsteile Aufkirchen und Aufhausen nun optisch zusammenwachsen werden. "Es ist uns auch nicht leicht gefallen, eine so große Baumasse an dem Standort zu planen. Aber in Ermangelung alternativer Grundstücke haben wir nur hier die Möglichkeit gesehen. Darum war es für mich auch die richtige Entscheidung." Positiv findet Elisabeth Fuchsenberger (SPD) es auch, dass die künftigen Bewohner der barrierefreien Wohnungen die Geschäfte in Aufkirchen zu Fuß erreichen können.

© SZ vom 06.08.2020

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