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Berg:Der Mörserturm ist abgebaut

Nach 15 Jahren Rechtsstreit hat der Berger Kaufmann Genz seinen Schwarzbau in Einzelteile zerlegen lassen. Doch es stehen noch weitere Gebäude ohne Genehmigung auf dem weitläufigen Gelände.

Ein Symbol ist gefallen: der Mörserturm. In den vergangenen 15 Jahren war der Schwarzbau auf der Berger Maxhöhe zum Sinnbild dafür geworden, wie langsam die Mühlen des Gesetzes mahlen, wenn ein Bauherr finanziell in der Lage ist, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Wie berichtet, hatte der Kaufmann Siegfried Genz sich erst vor zwei Monaten angesichts des drohenden Zwangsabbruchs durch die Behörden dazu entschlossen, den Turm selbst abtragen zu lassen. In einem Gespräch mit Landrat Karl Roth hatte Genz zugesagt, das Gebäude bis Ende September zu entfernen. Das ist jetzt großteils geschehen. In der vergangenen Woche haben Arbeiter den dreigeschossigen Turm mit Hilfe von zwei Kränen vollständig abgebaut: Das aus einer aufwendigen Holzkonstruktion bestehende Dach wurde im Ganzen abgehoben und steht nun auf einem Rasenstück. Die massiven Mauerblöcke aus Sandstein sind, wie ein Luftbild zeigt, fein säuberlich auf Paletten aufgeschichtet. Vom Mörserturm steht nun nur noch das massive Betonfundament. Ob Genz versuchen wird, den Turm auf einem anderen Teil seines Grundstücks legal - also mit Baugenehmigung - aufzubauen, ist offen. Er selbst war vergangene Woche für keine Stellungnahme zu erreichen. Einfach dürfte es jedoch nicht für ihn werden, einen Platz zu finden, denn der überwiegende Teil des mehr als vier Hektar großen Areals auf der Maxhöhe befindet sich im Landschaftsschutzgebiet und Außenbereich. Das ist auch der Grund, warum für das Landratsamt der Fall Genz mit dem Abbruch des Mörserturms noch lange nicht beendet ist. Denn bekanntlich hat der Unternehmer auf seinen Grundstück mehr als 30 weitere Schwarzbauten errichtet - darunter massive Steingebäude, in denen Sammlungen wie die seiner Lanz-Traktoren oder Glocken untergebracht sind. Aber auch ein Rinderstall und diverse kleinerer Hütten sind unter den beanstandeten Bauten, daneben Tore, Monumente und Statuen. Die Verfahren gegen diese Schwarzbauten "laufen selbstverständlich weiter", hieß es am Montag aus der Pressestelle der Kreisbehörde. Schließlich soll Landrat Roth bei der Unterredung mit Genz keinerlei Zusagen von Seiten der Behörde gemacht haben. Wie berichtet, erhofft sich Genz, dass zumindest einige Bauten stehen bleiben dürfen, sollte er die Privilegierung für seine Landwirtschaft erhalten. Bislang hatten die Behörden ihm diese verweigert. Denn ein Kriterium dafür ist, dass der Betrieb in erster Linie Erwerbszwecken dient und nennenswert zum Lebensunterhalt beiträgt. (Kommentar)

Mörserturm wird zerlegt

Mörserturm wird zerlegt Berg Flug über das Genz-Gelände, wo gerade der Mörserturm abgebaut wird.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)
© SZ vom 06.09.2011

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