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Berg:Abgeschleppt und einfach verkauft

Gebrauchtwagenhändler zu Haftstrafe verurteilt

Bis zuletzt hatte der Gebrauchtwagenhändler geleugnet, dass er unerlaubt ein beschädigtes Wohnmobil für 31 000 Euro verkauft hatte. Das Auto hatte der vielfach vorbestrafte Mann im Sommer 2012 von einem Grundstück in der Gemeinde Berg, das geräumt werden musste, zu seinem Areal nach Lindau abgeschleppt - ohne dass der Eigentümer des Wohnmobils davon gewusst hatte. Nun wurde am zweiten Verhandlungstag der 48-jährige Autohändler von dem Schöffengericht Starnberg zu einer 20-monatigen Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt. Der Staatsanwalt hatte eine zweieinhalbjährige Haftstrafe, der Verteidiger einen Freispruch gefordert. Der Anwalt befand die Aussagen von Zeugen gegen seinen Mandanten als wenig stichhaltig und dubios.

Doch Richterin Brigitte Braun folgte weitgehend der Anklageschrift. Demnach hatte der Händler die Gelegenheit genutzt, einem 45-jährigen Lackierer aus Ingolstadt das Wohnmobil anzudrehen. Der erwarb den Camper, nachdem ihm die Fahrzeugpapiere präsentiert worden waren. Allerdings wusste der eigentliche Eigentümer des Wohnmobils, der nur 1400 Kilometer auf dem Tacho angezeigt hatte, seinerzeit nichts von der Abschlepp- und Verkaufsaktion. Er war zwar angeblich mehrfach aufgefordert worden, seinen Camper von dem nahen Bachgelände im Landschaftsschutzgebiet zu entfernen. Aber der Wageneigentümer soll nicht reagiert haben, hieß es im Prozess.

Dieses Verhalten habe aber noch lange nicht dazu berechtigt, dieses Wohnmobil einfach zu verkaufen, betonte die Richterin. Der Käufer aus Ingolstadt hatte ausgesagt, dass er nochmals 16 000 Euro in den Urlaubswagen investiert habe. Der Mann war aus allen Wolken gefallen, als ihm Polizeibeamte mitteilten, dass er wohl leider einem Betrugsgeschäft zum Opfer gefallen sei.