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Bebauungsplan:Freier Blick auf den Ammersee

Anwohner kritisieren Projekt für bezahlbare Wohnungen an Klosterwiese in Breitbrunn

Bisher ist es nur eine große freie Fläche mitten im Herrschinger Ortsteil Breitbrunn. Doch hier soll, wenn es nach dem Willen der Gemeinde und der Ursberger Schwestern geht, bezahlbarer Wohnraum für Familien entstehen. Der dafür nötige Bebauungsplan ist bereits erstellt, doch die Liste der Einwände dagegen ist lang. Vor allem die Anlieger haben entschiedenen Protest eingelegt. Sie fürchten um das Idyll vor ihren Häusern. Der Bauausschuss hat sich am Montag damit befasst.

Die Klosterwiese ist der einzige Tagesordnungspunkt an diesem Abend, die Beschlussvorlage ist etwa 200 Seiten stark. Durch all die Einwände und Anregungen müssen sie sich dreieinhalb Stunden lang durchkämpfen. Auffällig dabei ist eines: Während die sogenannter Träger öffentlicher Belange, also Behörden, sich vergleichsweise kurz und knapp äußern und nur wenig Verbesserungsvorschläge aufweisen - etwa die geplante Situierung der Tiefgaragen -, sind die Bedenken der Anwohner, die teilweise sogar Rechtsanwälte bemüht haben, umso länger. Sie kritisieren die Bebauung als zu dicht, zu massiv und fürchten teilweise auch um den bisher freien Blick zum Ammersee, den der eine oder andere bislang genießen konnte. Gefordert wird daher eine Reduzierung der bebauten Fläche auf die ursprünglich geplanten 8000 Quadratmeter.

Denn einst hatte das Kloster, das Menschen mit Behinderungen pflegt und betreut, nur geplant, auf dem Areal Wohnmöglichkeiten für behinderte Menschen zu schaffen und Mitarbeiterwohnungen zu bauen. Daraus wurde im Laufe der Zeit ein größerer Plan - und zwar die Bebauung der ganzen Wiese. Dafür einigten sich Gemeinde und Kloster vertraglich darauf, auf dem rund drei Hektar großen Areal zwei Doppelhäuser und drei Dreispänner im Einheimischenmodell zu errichten und zu vermarkten. Etwa 170 Interessenten hätten sich bereits dafür bei den Schwestern gemeldet, sagt Bürgermeister Christian Schiller auf Anfrage. Doch bis es so weit sein wird, kann es nun dauern. Denn die Anwohner haben entschieden etwas gegen diese Pläne und wollen sie, so sind ihre schriftlichen Einwendungen zu deuten, möglichst lange verzögern, wenn nicht gar verhindern.

Die meisten ihrer Einwände, die sich auf Wertminderung ihrer Grundstücke durch den eingeschränkten Blick auf den See, auf zu erwartende Verkehrsbehinderungen oder auch fehlende Infrastruktur beziehen, konnte das Gremium an diesem Abend abschmettern, bis auf einen: die Sache mit den Tiefgaragen, die auch einer Anwohnerfamilie als zu massiv geplant erschien. Hier verständigte sich der Bauausschuss, die Riegelwirkung der großen Garagen im Hang zu verkleinern. Der Bebauungsplan soll nun noch einmal öffentlich ausgelegt werden.