Süddeutsche Zeitung

Bebauung:Viele tolle Ideen

Architekten präzisieren Plan für Quartier "Am Wiesengrund"

Das Starnberger Einheimischenmodell "Am Wiesengrund" hat am Donnerstag im Bauausschuss eine weitere Hürde genommen. Auf dem 3,5 Hektar großen Areal sollen insgesamt rund 120 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau sowie zwei- bis dreigeschossige Reihenhäuser entstehen. Zwar sind etliche Details - etwa Vergabe und Preise für Grundstücke und Wohnungen, Subventionierungen sowie der Baubeginn für das Vorhaben - noch zu klären. Aber nach öffentlicher Auslegung des Wettbewerbentwurfs und Abwägung der Stellungnahmen geht das Verfahren nun mit dem gebilligten Bebauungsplanentwurf in die verkürzte Beteiligung.

Stadtplanerin Sandra Urbaniak vom Architektenbüro AKFU, das im Sommer zum Sieger des städtischen Wettbewerbs gekürt worden war, sowie Landschaftsarchitektin Olga Ulanovskaya erläuterten im Ausschuss die Änderungen. Man habe den Entwurf "stark gefeilt und optimiert", sagte Urbaniak, die nach der Überarbeitung "viele tolle Ideen, die in diesem Quartier möglich sind", erkannte. Insbesondere die verschiedenen Reihenhaus-Typen in unterschiedlichen Größen seien allesamt "qualitativ sehr hochwertig".

Das Architektenbüro hat sich offenbar viel Mühe gemacht: Anhand eines 3D-Modells wurde etwa die Verschattung der Baukörper zu verschiedenen Jahreszeiten simuliert. Die Wendefläche für Versorgungsfahrzeuge ist vergrößert, zudem wurde eine zweite Feuerwehreinfahrt eingeplant. Die Erschließung des Areals erfolgt über den Waldspielplatz.

Aber es gibt auch noch ein paar Probleme: Mehrfach kritisiert wurde die geplante Verkehrsanbindung an die Bundesstraße 2. In die Überlegungen zur Verkehrsführung einbezogen werden Jahnstraße und Franz-Heidinger-Straße, der Waldspielplatz könnte zur Einbahnstraße werden. Angeregt wurden Verhandlungen mit der Gemeinde Pöcking zur Nutzung eines landwirtschaftlichen Weges sowie ein Anschluss an den Maxhof-Kreisverkehr. Man wolle sich die Pöcking-Option mittelfristig offenhalten, sagte Stadtplaner Peter Meinert. Allerdings müsse Pöcking dafür den Bebauungsplan ändern. Eine B2-Zufahrt über den Oberen Seeweg gilt als unfallträchtig. Weitere Herausforderung für die Planer ist die Entsorgung des Oberflächenwassers in der Siedlung, das über zwei Retentionsmulden in einen nahen Bach ohne Namen fließen soll. Zudem müssen die Bewohner der Siedlung zeitweise mit Geruch aus Landwirtschaft oder vom Schmalzhof rechnen.

Den "Wiesengrund" in Nachbarschaft zum Pöckinger Schmalzhof hatte der damalige Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger 2006 für die Stadt erworben, um mittleren und unteren Einkommensgruppen preisgünstig Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wie teuer Grundstücke, Häuser und Erschließungen werden, ist bislang aber ungeklärt.

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Quelle:
SZ vom 17.03.2018
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