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Fünfseenland:Die Bachschmerle galt lange Zeit als gefährdet

Dickkopf

Sie wirkt wie ein Fossil aus der Urwelt, wenn sie sich auf ihren kräftigen Brustflossen robbend auf dem Seegrund fortbewegt: Die Rede ist von der Mühlkoppe - einem Bodenfisch, der auch Groppe, Kaulkopf, Rotzkopf, Westgroppe, Koppe, Mühlkoppe, Dickkopf oder auch Dolm genannt wird. Diese Fischart, die sich in ihrer Farbe perfekt an den Untergrund anpassen kann, liebt klare und sauerstoffreiche Gewässer mit steinigem bis sandigem Grund. Daher gilt das dämmerungs- und nachtaktive Tier auch als typischer Begleitfisch der Forellenregion.

Im Fünfseenland lässt sich der Dickkopf kaum mehr blicken.

(Foto: imago)

Im Fünfseenland lässt sich der Dickkopf mit seinem breiten Schädel und den auffälligen Flossen, die auch an Drachen denken lassen, seit vielen Jahren allerdings kaum mehr blicken. Vermutlich liegt das an seinen allzu hohen Ansprüchen an die Wasserqualität und an die Sauerstoffkonzentration. Zudem hat es dieser Dickkopf gern kühl und steinig - und er ist im Vergleich zu anderen Fischen alles andere als ein guter Schwimmer. Deshalb stellen niedrige Schwellen, etwa in Bächen oder Flüssen, unüberwindbare Hindernisse für ihn dar.

Die Mühlkoppe gilt daher als gefährdet und ist aus diesem Grund auch in die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (Anhang II) aufgenommen worden. Ganz besonders gefährlich wird dieser Art der Gänsesäger. Die zehn bis 15 Zentimeter großen Mühlkoppen zählen zu seinen absoluten Lieblingsgerichten.

Bachschmerle

Sie hat es wohl auch gern dunkel, die Bachschmerle. Im April 2017 wurde eine Bachschmerlen-Population des Aachtopfes entdeckt, einer Karstquelle im südlichen Baden-Württemberg. Hierzulande gilt sie derzeit als kleine Sensation, weil sie vor kurzem auch Wissenschaftlern des Instituts für Fischerei in Starnberg im Rahmen eines EU-Projekts im Starnberger See ins Netz gegangen ist.

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Die Bachschmerle soll auch am Ammersee wieder entdeckt worden sein.

(Foto: Hartl/imago)

Bislang galt der See als "Bachschmerlenfrei". Auch am Ammersee soll sie wieder entdeckt worden sein, wie dortige Fischer berichten. Die Bachschmerle galt lange Zeit als gefährdet, was ihr 1984 auch den Titel "Fisch des Jahres" in Deutschland einbrachte. Mittlerweile scheint ihr Bestand aber gesichert zu sein.

Wasserskorpion

Er ist ein Blutsauger, der Wasserskorpion. Dabei trägt er seinen Namen zu Unrecht: Er ist kein Skorpion, sondern nur eine Skorpionswanze. Für Menschen ist er harmlos, nicht aber für Wasserflöhe, Insektenlarven, junge Kleinfische und Amphibienlarven. Dafür legt sich das 25 Millimeter große Tier an Wasserpflanzen oder im Schlamm auf die Lauer.

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Der Wasserskorpion ist ein Blutsauger.

(Foto: imago)

Nähert sich Beute, klappt der Wasserskorpion seinen "Fuß" in Richtung Unterschenkel, klemmt sein Opfer ein, sticht es mit seinem Mundrüssel an und saugt es aus. Der Wasserskorpion soll vor vielen Jahren in der Maisinger Schlucht entdeckt worden sein. Hans-Jochen Iwan beschreibt dies in seinem Buch "Die Starnberger Biotope".

Aal

In der Mythologie der Germanen galt er als Unglücksbote oder als schlechtes Omen. Bei den Kelten erzählte man sich, dass er sich in den Händen auserwählter Krieger in Speere verwandeln kann: Die Rede ist vom europäischen Flussaal, den es auch im Starnberger See gibt - allerdings nur mehr, weil ihn der Mensch dort regelmäßig durch Besatz einbringt. Er ist ein faszinierendes Wesen, besitzt er doch eine der besten Nasen im ganzen Tierreich.

Und auch sonst ranken sich allerlei Geschichten um den schlangenförmigen Fisch, vor allem um dessen Vermehrung. In alten Hexenbüchern tauchen Rezepte auf, wie man Aalnachwuchs erzeugt. Denn dem Blut des Aals wurde lange Zeit Zauberkraft zugeschrieben. Demnach kocht man mehrere Aale zu Mus, wirft das dann in einen pflanzenreichen Teich - und innerhalb von wenigen Tagen "wird eine unzählige Menge Aale darinnen sein". Wenn es doch nur so einfach wäre!

Aale können über feuchte Wiesen in abgelegenere Gewässer gelangen.

(Foto: imago)

Der Aal besitzt einen komplizierten Lebenszyklus: Aale schlüpfen in der Sargassosee östlich von Florida, schwimmen durch den Golfstrom etwa drei Jahre lang bis an die europäischen Küsten. Dort verwandeln sich die etwa sieben Zentimeter langen Tiere innerhalb von 24 Stunden in Glasaale. Diese verbringen ein paar Wochen im Brackwasser, um sich auf Süßwasser einzustellen, und wandern dann als "Steigaale" die europäischen Flüsse hoch bis in Binnengewässer.

Sie können sogar über feuchte Wiesen in abgelegenere Gewässer gelangen. Werden sie geschlechtsreif, wandern sie als "Blankaale" im Herbst hinab bis zum Golfstrom. Etwa eineinhalb Jahre später erreichen sie wieder die Sargassosee. Dort laichen sie im tiefen Wasser ab und sterben. Der europäische Aal gilt inzwischen als stark gefährdet.

© SZ vom 31.10.2019/amm
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