Seefeld-Hechendorf„Ich erfülle mir damit einen Lebenstraum“

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Isabel Thielen und ihr  Ehemann Klaus Eck wollen mit einem ganzheitlichen Konzept den Bahnhof in Hechendorf wiederbeleben.
Isabel Thielen und ihr  Ehemann Klaus Eck wollen mit einem ganzheitlichen Konzept den Bahnhof in Hechendorf wiederbeleben. (Foto: Arlet Ulfers)

Isabel Thielen aus Inning hat das historische Bahnhofsgebäude in Hechendorf gekauft. Die Ärztin will dort Coaching anbieten, ein Atelier einrichten und eine Praxis für präventive Medizin eröffnen.

Von Christian Deussing, Seefeld

Isabel Thielen wusste: Seit einem Jahr gibt es kein Lokal mehr in dem ehemaligen Wartesaal des Bahnhofs Seefeld-Hechendorf. Dann erfuhr sie in einem SZ-Artikel davon, dass ein Maklerbüro aus Luxemburg das historische Gebäude für 1,5 Millionen Euro inklusive des Gastro-Inventars zum Verkauf anbieten würde. Diese Nachricht hat die Ärztin und promovierte Psychologin aus Inning elektrisiert. Sie vereinbarte daraufhin mit ihrem Ehemann Klaus Eck, einem ehemaligen Verlagsleiter, recht schnell einen Besichtigungstermin in Hechendorf. „Wir sind von diesem Gebäude sehr angetan“, schwärmt Thielen und bekennt, sehr dankbar zu sein, dass sie es erwerben konnte. „Ich erfülle mir damit einen Lebenstraum.“

In den einstigen Wartesaal will die neue Eigentümerin Coachings und Strategiemeetings anbieten, ein Fotoatelier einrichten und im Nebentrakt eine Arztpraxis für funktionelle, personalisierte und präventive Medizin eröffnen. Sie berät und unterstützt unter anderem Führungskräfte oder Chefärzte mit viel Verantwortung und beschäftigt sich mit der Prophylaxe von Burn-out. Dafür will Thielen mit ihrem Mann mittels eines ausgefeilten Lichtkonzepts und adäquaten Mobiliars im Saal eine angenehme Atmosphäre für Patienten, Kunden, Coaching-Teilnehmern oder für Meetings schaffen. Dass dabei eine großzügige Terrasse mit schönem Ausblick zur Verfügung steht, erfreut die 54-Jährige.

„Ich habe eine klare Vision“, sagt Isabel Thielen

Sie sei begeisterungsfähig und positiv denkend, erzählt Thielen, die auch Jura studiert, in Medizin und zuvor in Psychologie promoviert hat. Zudem war sie früher Personalleiterin bei Bertelsmann gewesen. Die Verbindungen all dieser Bereiche seien ihr wichtig und das wolle sie in einem ganzheitlichen Konzept in dem Bahnhofsgebäude realisieren, in dem noch viel Potenzial stecke. „Ich habe eine klare Vision, bin mutig, aber alles ist durchdacht“, betont Thielen, während sie ihre beiden Labradorhündinnen Mocca und Yaya liebevoll streichelt.

Noch vor einigen Wochen stand der alte Hechendorfer Bahnhof zum Verkauf.
Noch vor einigen Wochen stand der alte Hechendorfer Bahnhof zum Verkauf. (Foto: Nila Thiel)

Aber bis zum Umzug aus ihrem Fotostudio und Business-Coaching-Domizil in der Alten Brauerei in Stegen ist noch einiges für die Handwerker zu tun. So muss noch gemalt sowie der Fußboden erneuert und die Elektrik funktionstüchtig gemacht werden. Zudem sucht das Ehepaar Gastronomen oder andere Interessenten, die die Küche und das Inventar des einstigen Lokals kaufen wollen (sie könnten sich unter der Mail coaching@isabel-thielen.de melden).

Das Paar, das zudem berufsbedingt viele Autoren kennt und noch gut im Verlagswesen vernetzt ist, könnte sich auch Lesungen oder weitere kulturelle Veranstaltungen im Hechendorfer Bahnhof vorstellen. „Schön wäre auch eine Croissanterie oder ein Kiosk neben dem Haus für Pendler und Fahrgäste anzubieten“, sagt Thielen, wofür sie aber noch einen Geschäftspartner finden müsste.

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Der Seefelder Bürgermeister Klaus Kögel (CSU) ist über die Wiederbelebung des 122 Jahre alten Bahnhofs erfreut. Er ist von dem „weitläufigen Konzept“ der neuen Eigentümerin angetan und auf die weitere Entwicklung gespannt. „Ich habe das Gefühl, dass mit viel Herzblut das Projekt angegangen wird“, sagt der Rathauschef.

Er war zuvor mit dem Immobilienbüro „Fare Real Estate S.A.“ aus Luxemburg in Kontakt. Deren Maklerin Roswitha Lenhart wollte die Bewerber dieses besonderen „Liebhaber-Objektes“ nach eigenem Bekunden sehr gewissenhaft auswählen. Ebendies ist offenbar gelungen – wohl ganz im Sinne der vorherigen Eigentümerin Caroline Mühlfenzl, die in Luxemburg lebt und den Bahnhof Hechendorf vor zehn Jahren mit ihrer inzwischen verstorbenen Mutter Isabel gekauft und renoviert hatte.

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