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Badeplatz am Pilsensee:Verhau statt Idylle

Sträucher wuchern, Duschen kaputt, Toiletten uralt: Am Badeplatz "Zur Wurzn" liegt einiges im Argen. Mit der Verschönerung kann der Erholungsflächenverein aber erst im Herbst beginnen

Es ist schon ein lauschiges Plätzchen am Pilsensee, auch wenn nur wenige Meter entfernt der Verkehr auf der Staatsstraße 2068 vorbeirauscht. Der kleine Badeplatz ist überschaubar, die Besucher, die hierher kommen, suchen Ruhe und keinen Trubel. Ein Kiosk versorgt die Gäste mit allem, was nötig ist: Pommes, Eis, Bier, Kaffee und mehr. Doch mittlerweile ist es mit der Idylle am Badeplatz "Zur Wurzn" am Ostufer des Pilsensees nicht mehr so weit her. Wuchernde Sträucher ragen in die Liegewiese, der kleine Tunnel vom Parkplatz zum Badegelände und das Ufer wachsen immer weiter zu. Die Duschen sind kaputt, die Toiletten uralt. Und der versprochene Steg sei immer noch nicht da. Das alles haben Bürger jüngst im Gemeinderat Seefeld moniert.

Den Verhau will Jens Besenthal, der Geschäftsführer des Erholungsflächenvereins München, gar nicht kleinreden. "Da liegt einiges im Argen", sagte er am Donnerstag. Zusammen mit der Landschaftsarchitektin Monika Treiber habe er sich das 1,5 Hektar große Gelände mit der 8000 Quadratmeter großen Liegewiese bereits im vergangenen Jahr angeschaut, die daraufhin ein Konzept erarbeitet habe. Bisher sei nichts passiert, weil es nicht gelungen sei, Handwerker zu bekommen. Jetzt würden die Arbeiten ausgeschrieben, und im Herbst soll mit Verschönerung und Sanierung begonnen werden.

Badeplatz am Pilsensee

Ein naturnahes Plätzchen ist das Badegelände "Zur Wurzn" am Ostufer des Pilsensees. Zu naturnah, meinen einige Badegäste.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Andrea Heudecker, die Pächterin des Kiosks "Zur Wurzn", wusste bis jetzt nichts davon. "Das höre ich zum ersten Mal", sagte sie zur SZ. Aber sie freue sich, wenn die "Perle am Pilsensee" aufgehübscht werde. Nach dem Pfingstunwetter habe sie selber das Notwendigste aufgeräumt, und kürzlich sei die Toilettenspülung unablässig gelaufen.

Das WC-Gebäude wird neu gebaut, kündigt Besenthal an. Die Sträucher werden im Herbst geschnitten und der Uferbereich wird so gestaltet, dass die Badegäste leichter ins Wasser gelangen und nicht über Steine und Kiesel gehen müssen. Ein Steg wird nicht gebaut. Dazu wäre eine teure Enteisungsanlage nötig, "und das Geld nehmen wir lieber für die Sanierung des Geländes her", sagt Besenthal. Langfristig müsse auch der Kiosk renoviert werden.

Eigentümer des Badegeländes ist der Erholungsflächenverein und damit für Planung und Bauten verantwortlich. Für die Pflegemaßnahmen und die Verkehrssicherungspflicht wiederum ist das Landratsamt Starnberg zuständig und damit für den Rückschnitt bei Sträuchern und Bäumen und Reparaturen an Treppen oder Geländer. Mit der Gemeinde Seefeld gibt es eine Vereinbarung, dass der Bauhof die Abfalleimer leert, die Wiese mäht und eventuelle Löcher im Parkplatz füllt, erläutert Behördensprecher Stefan Diebl. Wegen eines "langfristigen Personalausfalls" seien die Sträucher am dem kleinen Badegelände heuer im Frühjahr nicht geschnitten worden. "Wir wissen, dass wir in Verzug sind, aber wir mussten Prioritäten setzen." Auch sei es schwierig, auf die Schnelle Firmen zu finden, die Aufträge übernehmen. So schneidet Manfred Scheicher, der Leiter des Seefelder Bauhofs, mit seinem Team ab und an freiwillig Sträucher, deren Äste zu weit in die Wiese ragen.

Seefeld  Pilsensee Kioskserie 'Zur Wurzn'

Im Herbst soll das Areal verschönert und saniert werden. Den Kiosk führt seit sieben Jahren Andrea Heidecker.

(Foto: Nila Thiel)

Für die Sauberkeit der Anlage sei der Pächter zuständig, sagt Diebl. Der Pachtvertrag verlängert sich immer um ein Jahr, "wenn bis Ende des Jahres keine Kündigung da ist", sagt Andrea Heudecker.

Die Duschanlage an der Wurzn - eine der letzten in den Erholungsgeländen des Erholungsflächenvereins - wird im übrigen abgebaut, kündigt Besenthal an. Sie seien zu teuer in der Herstellung, Pflege und Reinigung. Außerdem seien Duschen angesichts der guten Wasserqualität des Pilsensees gar nicht nötig, meint der Geschäftsführer.

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