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Ausstellung über Ludwig III.:"Fürstliche Freude, männliches Verlangen"

Ausstellung über Ludwig III. von Bayern; Ausstellung über Ludwig III.

Museumsleiterin Sibylle Küttner, Kreisheimatpfleger Gerhard Schober und Bürgermeisterin Eva John begrüßen Franz von Bayern (von links).

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Der letzte König Bayerns engagierte sich im Yachtclub und eröffnete das Museum Starnberger See.

Von Armin Greune

Ludwig III. war kein unnahbarer Monarch: Das belegen Dokumente und Fotografien, die im Erd- und Untergeschoss des Museums Starnberger See zu sehen sind. Der König, der überwiegend im Schlossgut Leutstetten lebte, hatte sich auch in Starnberg gesellschaftlich und kulturell engagiert - und das "Museum für den Würmseegau" selbst eröffnet: Ein Foto von 1914 zeigt Ludwig III. vor dem "Lochmannhaus". Ein Protokoll in vollendeter Schönschrift von 1913 und weitere Dokumente weisen Ludwig zudem als aktives Mitglied und Kommodore des Bayerischen Yacht-Clubs aus.

Noch auffälliger aber ist ein Wisentkopf: Die Trophäe des schon damals vom Aussterben bedrohten Tiers hat der König im besetzten Polen 1916/17 geschossen. "Die Jagd "ist fürstliche Freude, ist männlich Verlangen", wird Ludwig III. zitiert. Dessen ungeachtet führte er eine glückliche und erfüllte Ehe mit Marie Therese von Österreich-Este, die 13 Kinder gebar. Nicht alle überlebten die ersten Lebensjahre, aber ein Foto zeigt das Paar bei Leutstetten mit zehn Kindern.

Neben vielen weiteren Exponaten - darunter etwa Ludwigs Tagesablauf oder ein Paar Haferlschuhe - sind in der Ausstellung auch Dokumentarfilme von Besuchen des Königs in der Türkenkaserne und im Deutschen Museum zu sehen. Auf einem weiteren Videobildschirm läuft ein fünfminütiger Streifen aus der Reihe "Das historische Stichwort" des Bayerischen Rundfunks, der 1991 zum 70. Todestag des Königs ausgestrahlt wurde. Zudem können die Besucher das preisgekrönte Hörspiel "The King is Gone" verfolgen, das der Berger Autor Andreas Ammer 2015 mit den Musikern Micha und Markus Acher produziert hat.

Aus den Fotografien und Ölbildern im Museum, die Bayerns letzten König und seine Verwandten zeigen, sticht ein lebensgroßes Porträt des Monarchen von Otto Hierl-Deronco am Treppenabsatz zum Keller hervor: Es zeigt Ludwig III. in der Galauniform des Hausritterordens vom Heiligen Georg; es stammt aus Privatbesitz. Museumsleiterin Sibylle Küttner erzählt, diese Leihgabe sei einer zufälligen Begegnung mit dem vormaligen Besitzer des Gemäldes zu verdanken, der es dann "über fünf Ecken" in einem Münchner Hotel aufspürte.

Die Ausstellung ist bis 16. September täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen finden jeden ersten Samstag im Monat statt.

© SZ vom 19.05.2018
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