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Ausschuss:Ernsthaft für die Jugend

Tutzing Jugend

Das Tutzinger Ortsschild ist mit "Jugend unerwünscht" übersprüht worden.

(Foto: oh)

Tutzing will vakante Stelle neu besetzen

"Jugend unerwünscht", hat jemand am Dienstag auf das Ortsschild von Tutzing am nördlichen Ortseingang gesprüht. Ob der Sprayer gewusst hat, dass sich ein Ausschuss des Gemeinderats am Abend mit der Jugendarbeit in Tutzing beschäftigen würde? Dort beantragte der Jugendbeauftragte Claus Piesch (Freie Wähler), die seit neun Jahren unbesetzte Stelle der Jugendpflege wieder zu besetzen. Denn Angebote der offenen Jugendarbeit fehlten - und das bei 2506 Tutzingern unter 27 Jahren, was einem Viertel der Einwohner entspreche. Ihre Zahl habe seit 2012 um 600 zugenommen, so Piesch. Deshalb forderte er, mehr "Ernsthaftigkeit in der Jugendarbeit" zu zeigen, Kinder und Jugendliche bei themenbezogenen Projekten mehr zu beteiligen und den Austausch mit der Jugendsozialarbeit an Schulen sowie in Vereinen und Organisationen zu bewerkstelligen.

Grundsätzlich zeigte sich der Ausschuss aufgeschlossen, wieder eine Fachkraft im Lauf des Jahres zu suchen, vorbehaltlich der wohl ziemlich engen Haushaltslage. Dazu erklärte Piesch, der auch Vorsitzender des Kreisjugendrings ist, dass vom KJR Fördermittel zu bekommen seien. Und von einer 450-Euro-Kraft bis zu einer Vollzeitstelle sei alles denkbar. Sowohl Gemeinderäte wie Verwaltung wünschen sich eine möglichst konkrete Stellenbeschreibung, damit es nicht so geht, wie bei der vorhergehenden Jugendpflegerin. Man erinnerte sich, dass sie 2011/12 unter Bürgermeister Stefan Wanner weder ein Büro im Rathaus hatte, noch wusste, was sie eigentlich tun sollte und deshalb nach einem Jahr das Handtuch geworfen habe. Sinnvoll sei etwa, so Geschäftsleiter Marcus Grätz, wenn Mithilfe beim Erstellen des Ferienprogramms festgeschrieben werde.

© SZ vom 23.01.2021 / manu
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