Ausbildung im Landkreis:Dem Traumberuf so nah

Ausbildung im Landkreis: Trane-Geschäftsführer Thomas Roggenkamp und Azubi Markus Jenner (hockend, von links) erklären ein Schweißgerät.

Trane-Geschäftsführer Thomas Roggenkamp und Azubi Markus Jenner (hockend, von links) erklären ein Schweißgerät.

(Foto: Arlet Ulfers)

Firmen umwerben den Nachwuchs, wegen Corona gibt es noch weniger Azubis als sonst

Von Michael Berzl, Krailling

Schüler werden gratis einen Tag lang mit Omnibussen zum Firmenbesuch chauffiert, sie erhalten umfangreiche Broschüren mit Infos und Adressen von heimischen Betrieben, im Oktober organisiert die Wirtschaftsförderung zusammen mit Veranstalterinnen aus Penzberg erstmals eine Ausbildungsmesse: Das alles passiert, um Schulabsolventen zu zeigen, welche Möglichkeiten sie auf dem Weg ins Arbeitsleben im Landkreis Starnberg haben. "Wir nutzen jede Möglichkeit, um uns bei den jungen Leuten vorzustellen und denken uns immer wieder etwas Neues aus", sagt Thomas Roggenkamp, Geschäftsführer der Kältetechnik-Firma Trane in Krailling. Der Nachwuchs wird regelrecht umworben, denn viele Firmenchefs finden nur mit Mühe Auszubildende. Roggenkamp muss sich immer wieder anstrengen, jedes Jahr seine sieben bis acht Azubis zu rekrutieren. Von den insgesamt etwa 150 Beschäftigten sind nach seinen Angaben 20 in der Ausbildung.

Der Nachwuchsmangel sei generell ein Problem, weiß Roggenkamp aus Gesprächen mit Kollegen. Darum hat die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises bei einer Gesprächsrunde in Krailling, an der auch Landrat Stefan Frey (CSU) teilgenommen hat, auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Zumal sich die Lage durch die Corona-Pandemie weiter verschärft habe.

Im Mai sind nach Angaben des Arbeitsamtes 238 Ausbildungsplätze im Landkreis Starnberg unbesetzt geblieben, berichtete Anne Boldt, Projektleiterin für Ausbildungsförderung bei der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusförderung (GWT). Landrat Frey nennt es daher "eine der größten Herausforderungen für unsere regionale Wirtschaft", passenden und qualifizierten Nachwuchs zu finden. Umso komfortabler ist die Situation aus Sicht der Jugendlichen. "Ich bin überzeugt, dass jeder Schulabgänger etwas Passendes findet", sagte Boldt. Frey appelliert: "Es muss nicht immer das Architekturstudium sein". Und GWT-Chef Christoph Winkelkötter schwärmt, dass "der Traumberuf im wahrsten Sinne des Wortes vor der Haustür liegt".

Die GWT unternimmt viel, um es den Schulabsolventen zu erleichtern, sich einen Überblick zu verschaffen. In diesem Jahr soll am schulfreien Buß- und Bettag Mitte November wieder der Tag der Ausbildung stattfinden, der im vergangenen Jahr wegen der Pandemie ausfallen musste. Traditionell nutzen etwa 300 Jugendliche die Möglichkeit, sich bei Bus-Rundtouren verschiedene Betriebe anzuschauen. Winkelkötter sieht das als gute Möglichkeit, um zu zeigen, "dass wir hier ganz tolle Ausbildungsbetriebe haben".

Zuvor bietet eine Firma aus Penzberg am Mittwoch, 27. Oktober, zusammen mit der GWT im Hotel Vier Jahreszeiten in Starnberg eine Ausbildungsmesse mit Ausstellung, Vorträgen und "Job-Speed-Dating" an. Auf der Homepage der Veranstalterinnen ist dieser Termin angekündigt als "Ihre Plattform bei Fachkräftemangel".

© SZ vom 24.07.2021
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