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Natur:Dachs frisst Eier der akut bedrohten Kiebitze im Aubachtal

Hechendorf, Aubachweg Kiebitze PK

Nester in Gefahr: Im Aubachtal brüten Kiebitze.

(Foto: Georgine Treybal)

Erst seit zwei Jahren brütet dort wieder eine kleine Kolonie. Nun soll ein Elektrozaun die übrigen Gelege schützen.

Der Räuber kam vermutlich nachts und hatte nach dem Winterschlaf Appetit auf frische Eier. Dummerweise vergriff er sich am Nachwuchs von Tieren, die vielen Naturschützern besonders am Herzen liegen: Er verspeiste zwei der bislang fünf Kiebitzgelege, die heuer im Aubachtal bebrütet wurden. Der im Volksmund auch als Feldpfau bekannte Vogel ist im Alpenvorland akut vom Aussterben bedroht.

Doch im Aubachtal hat sich seit 2017 eine kleine Kolonie der rapide schwindenden Art entwickelt. Um den Bestand dort zu erhalten, ziehen Landwirte, Behörden und Naturschutzverbände an einem Strang. Aber jetzt drohen alle Bemühungen an einem dreisten Eierdieb zu scheitern. Dringend tatverdächtig ist ein Dachs.

Der Elektrozaun wird fast einen Kilometer lang

Um ihn auszusperren, wird jetzt ein fast ein Kilometer langer Elektrozaun um den Lebensraum der Wiesenbrüter aufgestellt. Hunderte Pfosten wurden am Dienstag in den Boden gerammt, an diesem Donnerstag werden die Leitungen gespannt. Um die Kiebitze nicht noch mehr zu beunruhigen, wird die Einfriedung ihrer Kinderstube auf zwei Tage verteilt und behutsam erledigt. Dann wird der Zaun an vier horizontalen Drähten Strom führen.

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"Wenn der Dachs sich da einmal einen Schlag auf die Nase geholt hat, dreht er hoffentlich ab und sucht woanders Futter", sagt Helene Falk, Geschäftsführerin der Kreisgruppe Starnberg im Bund Naturschutz, die beim Zaunbau mitarbeitet. Wenn es gelänge, Dachse, Marder und Füchse auszusperren, könnten die Kiebitzeltern ein zweites Mal brüten: "Eigentlich rechne ich fest damit, dass es noch mehr Gelege werden, denn es sind ja meist zehn, elf Kiebitze im Aubachtal zu sehen", so Falk.

Für die Fortpflanzung der Wiesenbrüter sei "Predation das entscheidende Problem", also das Auftauchen von Raubtieren. Um etwa die Gelege der letzten Brachvögel im Ampermoos vor Füchsen zu schützen, müsse man jedes Nest umzäunen.

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