Ateliertage:Dießener Kult-Tour

Dießen:bl Haus: Das kleine Format

Annunciata Foresti hat die Ausstellung mitorganisiert und stellt selbst im ehemaligen Stellwerk am Bahnhof ihre Bilder aus.

(Foto: Nila Thiel)

An diesem Wochenende zeigen 14 Maler, Bildhauer, Fotografen und Installationskünstler ihre Arbeiten. Bei einigen steht der Entstehungsprozess der Werke im Zentrum

Von Patrizia Steipe, Dießen

Zum zweiten Mal laden Dießens Künstler in ihre Ateliers ein. An diesem Wochenende, 30. April und 1. Mai, öffnen 14 Kreative zwischen 14 und 18 Uhr ihre Malwerkstätten und Galerien in Dießen und Riederau. Nue Ammann hat die Ateliertage gemeinsam mit Annunciata Foresti und Lena Ritthaler auf die Beine gestellt. Um mitzumachen, mussten die Teilnehmer vier Kriterien erfüllen: seit mindestens drei Jahren ausstellen, Mitglied in einem Kunstverein oder -verband sein, ein Atelier in Dießen haben und bei der Künstlersozialkasse sein, einer Pflichtversicherung für hauptberufliche Künstler. Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotos und Installationen erwarten die Besucher.

Annunciata Foresti stellt im ehemaligen Stellwerk am Bahnhof (Seestraße 5) aus. Die behutsam renovierten Wände des ehemaligen Funktionsgebäudes strahlen morbiden Charme aus, der die Wirkung der expressiven Landschafts- und Wasserbilder sowie der nicht gegenständlichen Gemälde der Künstlerin verstärken. Bei Inge Franks (Lachener Straße 17) abstrakter Malerei stehen Farbe und Dynamik im Mittelpunkt. Ihre Gemälde sprühen vor Energie. Valerie Freyn (ehemalige Gaststube, Wengen 28) gibt Einblick in den neuen Gemälde-Zyklus "The kids are alright". Die Künstlerin hat schon erste großformatige Acrylbilder fertig gestellt. Sie sind nach Vorlagen privater Fotos entstanden. Freyn ordnet sie eigenen Gedichten zu.

Fotografische Alltagsfunde

Unter dem Titel "memory" spielt Sabine Jakobs (Marktplatz 3) mit fotografischen Alltagsfunden. Diese lässt sie bei ihren quadratischen Bildtafeln auf Holz paar- und gruppenweise zusammenfinden. Ausgehend von der Bildhauerei wandte sich Katja von Lübtow (Schützenstraße 19) zuletzt zunehmend der Zeichnung zu. Sparsame Farbigkeit, genaue Platzierung und der Kontrast zwischen feinen Linien und dickem Farbauftrag zeichnen ihre Werke aus.

Am Anfang seines künstlerischen Schaffens stehen bei Burkhard Niesel (Schatzbergstraße 22) Ausflüge in die Natur. In seinem offenen Atelier zeigt er die Ergebnisse, aber auch ein gerade begonnenes Werk. Im Gartenatelier von Katharina Ranftl (Seestraße 2) stehen Holzskulpturen, Zeichnungen und Objekte. Die Werke sind im vergangenen Jahr entstanden. Ranftl hat sich von Formen und Strukturen aus dem Reich der Insekten inspirieren lassen.

Matthias Rodach hat die Skulptur "Mann mit Fisch" für das Kunst-am-Bau-Projekt am Untermüllerplatz geschaffen. Den zweijährigen Schaffensprozess vom Entwurf über die Fertigung der Bronzeplastik bis zum Aufstellen können die Besucher in der Seestraße 2 nachvollziehen. Gabriele Rothweiler (Schützenstraße 16) widmet sich einem 2011 in New York begonnen Zyklus von mehrfach belichteten, bearbeiteten Fotografien. Ihre "CityLightSeries" umfassen bereits zehn internationale Großstädte und werden als Druck auf Leinwand präsentiert.

Farbenfrohe Acrylbilder

Die Malerin Beate Schnell (Birkenweg 1a) lässt die Besucher an der Entwicklung ihrer farbenfrohen Acrylbilder teilhaben. Bei den Skulpturen und Wandbildern im öffentlichen Raum von Christian Wahl (Tiefenbachstraße 18) sehen die Besucher den Weg vom Modell bis zur Realisierung in seinem Atelier im Gartenhaus. Bei Heidi Wolf (Von-Schorn-Weg 22) charakterisieren pastellige Farben, der Wechsel von geometrischen und unstrukturierten Formen, von Gegenständlichem zu Abstrakten die Zeichnungen, Malerei und Objektkunst.

Nue Ammann (Riederau, Seeweg-Süd 4) nutzt die Umkleide des Strandbads Riederau als temporäres Atelier. Die Umgebung wird Teil ihrer Installation. An die vergitterten Schließfächer hat sie "Wort-Objekte" angebracht. Ebenfalls in Riederau hat Katrin Gabriel (Reithenweg 11) ihr Atelier. Ihre Motive findet die Malerin in den Bergen und Seen. Wechselnde Lichtverhältnisse und Stimmungen zeichnen ihre mit reduzierten Pinselstrich gemalten abstrakten Landschaften aus.

© SZ vom 29.04.2016
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