Architektur:Visionäre Ideen für Seeufer und Hundehütten

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Wessobrunner Kreis

Restaurantdeck über dem Wasser: Ein Beitrag zur Starnberger Seeanbindung in der Ausstellung "Der Wessobrunner Kreis träumt" (2006).

(Foto: Architekturbüro Baehr-Rödel)

Die Vereinigung Wessobrunner Kreis feiert ihr 20-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung in Landsberg

Von Armin Greune, Landsberg

Nur mit dem Machbaren und Wirtschaftlichen wollten und wollen sie sich nicht zufrieden geben: Genauso wichtig wie praxisnahe Planung ist es der Architektenvereinigung Wessobrunner Kreis (WK), Städteplaner und Baubehörden zu originären, kräftigen Visionen zu ermutigen. Mit Ausstellungen, Exkursionen, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen befruchtet der Kreis seit nunmehr 20 Jahren die regionale Baukultur in den Landkreisen Landsberg, Weilheim-Schongau, Starnberg, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Aus Anlass dieses Jubiläums findet an diesem Freitag ein Festakt für geladene Gäste in der Säulenhalle am Landsberger Stadttheater statt. Anschließend sind dort die prämierten Beiträge zum 4. Wessobrunner Architekturpreis zu sehen - darunter auch das Einfamilienhaus "M 5/2" Am Sonnenhof in Berg, das die Greifenberger Bürogemeinschaft von Anne Beer, Sebastian Dellinger und Felix Bembé entworfen hat.

Gegründet wurde der WK im November 1998 von etwa 70 Architekturintessierten - also auch Handwerkern, Politikern oder Baustoffherstellern - im Kloster Wessobrunn auf Initiative des Weilheimer Architekten Theo Wieland. Zwei Jahre später löste ihn Wolf-Eckart Lüps als Vorsitzender ab: "Wir hatten das Bedürfnis, das Regionale fortzuschreiben, das Jodlerische und das Banale hinter uns zu lassen, aber auch allzu gängige Architekturmoden kritisch zu hinterfragen", erinnert sich der Uttinger Architekt. Im Laufe der 20 Jahre organisierte man 120 Veranstaltungen. Viele fanden im Fünfseenland statt, wo der WK auch im Blauen Haus Dießen und im Greifenberger Schloss sein Hauptquartier bezog.

So präsentierte man 2016 in Feldafing und 2013 in Münsing "Alte und neue Architektur am Starnberger See" mit jeweils um die 60 Beispielen aus den Orten. Ideen für die Umgestaltung der Bahnhöfe in Starnberg, Tutzing, Gilching, Gauting und am Ammersee-Westufer wurden unter dem Titel "Eine Region ist am Zug" 2008 in der Starnberger Schlossberghalle und 2007 im Gautinger Bosco vorgestellt. Noch mehr regten 2003/2004 die Ausstellungen "Der Wessobrunner Kreis träumt" die Fantasie an. Die visionären Ideen zur baulichen Gestaltung der Ufer des Starnberger und Ammersees zogen auch bei Diskussionen in Aufkirchen und Dießen viel Publikum an. Das spielerische Element kam auch 2006 zum Tragen, als der WK in Dießen einen Wettbewerb für das beste Hundehaus auslobte. 2004 hielt das Forum Konferenzen über ein Konzept für die Dießener Seeanlagen ab, deren Umgestaltung noch immer aussteht. Jährlich bietet der WK zu den "Architektouren" Busreisen an, auch eine Filmreihe in den Breitwand-Kinos soll für Städtebau und Architektur sensibilisieren. Derzeit hat der VK 130 Mitglieder, Vorsitzende ist die Münsinger Architektin Mechthild Schönberger.

Die Ausstellung zum 4. Wessobrunner Architektenpreis in der Landsberger Säulenhalle ist vom 23. bis 27. Februar geöffnet: Am Wochenende von 11.30 bis 17, werktags von 9 bis 18 Uhr.

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