Zu Sokrates’ Zeiten war ein Symposion ein Herrenabend, bei dem ein tiefgründiger Diskurs von intensivem Alkoholkonsum begleitet wurde – oder umgekehrt. Das Andechser Symposium „Kunst und Bier“ hat das altgriechische Grundkonzept nur noch entfernt als Vorbild. Hier reden sich nicht trunkene Männer nachts die Köpfe heiß, sondern drei Frauen arbeiten tagsüber konzentriert an Holzskulpturen. Die Verbindung zum Alkohol stellt sich sublim durch ihre Kunstwerke her sowie durch den genius loci des Heiligen Berges mit seiner weithin bekannten Klosterbrauerei.
Den Wettbewerb gibt es seit 2002. Jedes Jahr werden drei Künstlerinnen oder Künstler ausgewählt, die nach Andechs kommen und auf der Wiese unterhalb des Klosters ihre Kunstwerke fertigen. Diese bleiben im Eigentum ihrer Erschafferinnen, sind aber mindestens zwei Jahren in Andechs zu sehen.
In diesem Jahr kann man von Dienstag, 19. bis 26. August, Tanja Röder, Vanessa Scholz und Kerstin Vincent dabei zusehen, wie sie unter freiem Himmel im Skulpturenpark arbeiten. Die drei wurden aus knapp 50 Bewerbungen, „die zum Teil sogar aus Südamerika und Südostasien kamen“, von der Symposium-Jury ausgewählt.

