Am Rundweg:Keine Promenade am Weßlinger See

Lesezeit: 2 min

Antrag auf bessere Beleuchtung wird bei Bürgerversammlung abgelehnt

Von Patrizia Steipe, Weßling

60 Bürger, die vom Bildschirm aus zusahen, und 16, die im Schützenheim live dabei waren: Zu Corona-Zeiten sehen Bürgerversammlungen anders aus als sonst. Vom Inhalt her gab es aber keine Unterschiede. Zuerst stellte Bürgermeister Michael Sturm den Rechenschaftsbericht vor, dann folgten Fragen - wechselweise aus dem Publikum und aus dem Chat. Dabei ging es vor allem um Verbesserungen auf den Straßen. Einer Bürgerin etwa konnte Sturm mitteilen, dass ihr Wunsch nach einer guten Beleuchtung bei den Radlabstellplätzen am Bahnhof bald erfüllt werde. Im Bereich der ehemaligen Schrebergärten sollen Fahrradständer installiert werden, auch eine bessere Beleuchtung soll es geben. Darauf muss eine andere Bürgerin beim Rundweg um den Weßlinger See verzichten. Sturm: "Wir wollen keine Promenade." Neu sind dort allerdings die "Miteinander-Weg"-Schilder. Sie fordern zur gegenseitigen Rücksichtnahme von Fußgängern und Radlern auf. In diesem Jahr hat übrigens die Karl-Haug-Anlage 60-jähriges Jubiläum: Auf Fotos sahen die Teilnehmer das einst verwilderte Seegrundstück, das unter dem damaligen Bürgermeister Karl Haug in einen hübschen Park verwandelt wurde, der heute noch von den Bürgern gerne genutzt wird.

Finanziell steht die Gemeinde gut da. "Aktuell sind Einschnitte durch die Corona-Pandemie nicht zu erkennen", berichtete Sturm. Die Gewerbesteuer liege auf hohem Niveau, die Einkommenssteuer leicht unter dem Niveau vor der Pandemie. Über die hohen Steuereinnahmen freut sich auch der Landkreis: Von derzeit 5,5 Millionen wird die Kreisumlage im nächsten Jahr auf acht Millionen Euro steigen.

Weßling hatte im Vorjahr etliche Baumaßnahmen geplant, doch aufgrund fehlenden Personals im Bauamt kam es zu Engpässen bei "Kapazitäten und Zeit". Die Hälfte der vorgesehenen Mittel blieb übrig, eine geplante Kreditaufnahme von 4,8 Millionen Euro war hinfällig. Das wird sich ändern: Der Neubau der Grundschule, Wohnungs- und Straßenbau, der Ausbau für Digitalisierung und die Ertüchtigungen des gemeindlichen Wasserleitungsnetzes werden hohe Kosten nach sich ziehen.

2020 gründete die Gemeinde das Kommunalunternehmen "KUGW". Vorstand Florian Zarbo und sein Team kümmern sich um Projekte wie den kommunalen Wohnungsbau am Kesselboden 9, die städtebauliche Sanierung der Hauptstraße, einen europaweit ausgeschriebenen Planungswettbewerb zur Erzeugung von Strom und Wärme und die Projektleitung beim Bau der neuen Grundschule. Probleme bereiten hier laut Zarbo die "exorbitant gestiegenen Materialpreise". Sturm informierte über die Kooperation des Wasserwerks der Gemeinde Weßling mit den Gemeindewerken Gilching. "Wir können diese Aufgabe als Gemeinde nicht allein bewältigen". Die Gemeindeverwaltung ist jetzt bei Planung und Organisation entlastet, für die Bürger ist der Notruf 08153/40 499 rund um die Uhr erreichbar.

Durch interkommunale Zusammenarbeit soll ein Geh- und Radweg nach Oberpfaffenhofen realisiert und eine provisorische Alternativroute durchs Unterbrunner Holz nach Frohnloh geprüft werden. Zudem wollen Wörthsee und Weßling eine neue Unterführung entlang der Umfahrung realisieren. Der gewohnte Weg war durch die Straße unterbrochen worden. Eindringlich warb Sturm für die neuen Wohnmobilstellplätze der Gemeinde im Argelsrieder Feld, die 20 Euro pro Monat kosten. Ziel ist es, dass öffentliche Parkplätze im Ort nicht mit abgestellten Wohnmobilen belegt werden.

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