Algen:Weßling bleibt beim Mähboot

Die Gemeinde setzt auf bewährte Verfahren, um den Weßlinger See von Algen und dem sich daraus ergebendem Grundschlamm zu befreien. Wie bisher soll ein Mähboot regelmäßig über den See fahren. Als Alternative hatte sich der Umweltausschuss über ein spezielles Verfahren der Firma Natursinn informiert, dieses aber abgelehnt. Mittels eines Präparats aus Steinmehl sollte die schlammverzehrende Mikrobiologie am Seegrund aktiviert und der Grundschlamm dadurch sukzessive mineralisiert werden. Dies hätte auch eine Steigerung des Sauerstoffgehalts und somit eine Verbesserung der Wasserqualität bewirkt - so das Versprechen des Unternehmens. Die Behandlung ist aber teuer und arbeitsintensiv. Das Gesteinsmehl müsste wöchentlich in den See geschüttet werden. Insgesamt würde das in den Anfangsjahren jährlich rund 57 000 Euro kosten. Wie lange die Behandlung durchgeführt werden müsste, um das erwünschte Ergebnis zu erzielen, müsse regelmäßig überprüft werden. Für das Mähboot waren im vergangenen Jahr 11 000 Euro für einen Arbeitsaufwand von 46 Stunden angefallen. Im Vorjahr war es mit 4000 Euro für 19 Stunden noch günstiger. Da die Wasserqualität des Sees zuletzt immer "sehr gut" gewesen sei, ist der Ausschuss mit dem derzeitigen Verfahren zufrieden. Bei der Alternative fehlte dem Gremium der wissenschaftliche Erfolgsnachweis. "Das ist so etwas wie Homöopathie", vermutete Helmut Böhm (Grüne). Eventuell könnten die Mäharbeiten auf dem Wasser mit einer Drohne, die besonders betroffene Stellen zeigt, optimiert werden, regte Bürgermeister Michael Sturm an.

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