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Adventskalender für gute Werke:Kabarettistisches Streiflicht

Kabarettist Andre Hartmann; Kabarettist Andre Hartmann

André Hartmann will, dass sich "alle wohlfühlen".

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

André Hartmann verspricht einen schönen Abend zugunsten des SZ-Adventskalenders

Wie man sich das vorstellen darf, wenn André Hartmann unterrichtet? Der Kabarettist aus Starnberg, der als Double von Ex-Bundeskanzler Schröder auf dem Nockherberg bekannt geworden ist, nebenbei noch für die Damischen Ritter in den Fasching zieht und außerdem als Musiklehrer an einem Münchner Gymnasium arbeitet? Ungefähr so: Hartmann wiederholt mit seinen Schülern zuerst Basiswissen, am Ende steht der Hefteintrag an, der Pädagoge findet nämlich, dass die Kinder sonst viel zu wenig zum Schreiben kommen. Und zwischendrin wird gesungen, aber keine verstaubten Volksweisen. Nein, Hartmann hört viel Radio und ist am Klavier so fit, dass er aktuelle Hits sofort nachspielt, ob von Justin Bieber oder Human.

Wer zu seinem Benefizabend zugunsten des SZ-Adventskalenders im Gautinger Bosco kommt (Dienstag, 29. November, 19.30 Uhr, Karten unter der Telefonnummer 089/45238580 oder unter www.bosco-gauting.de), muss trotzdem keine Angst haben, dass er zum Vorsingen auf die Bühne muss oder Grundsätzliches zum Quintenzirkel erklären soll. Denn der 40-Jährige schätzt solche Späße mit dem Publikum nicht: "Ich will, dass sich alle wohlfühlen", sagt er, "ich bin jemand, der den Leuten auf geistreichem Niveau einen schönen Abend machen will."

Für den Auftritt im Kulturhaus hat er ein Sonderprogramm vorbereitet: Hartmann öffnet 24 Türchen des Adventskalenders, wie er sagt. Dahinter verbergen sich keine Süßigkeiten, sondern etliche der 50 Promis und Bekanntheiten, die der Musikkabarettist so auf dem Schnürchen hat. Zu denen, die er besonders gern imitiert, gehören Inge Meysel, Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Falco, Münchens Ex-Oberbürgermeister Christian Ude und der "Genosse der Bosse", Gerhard Schröder, sein "Alter ego". Was er an dieser Figur besonders schätzt? "Schröder hat mir die Möglichkeit gegeben, über meinen Schatten zu springen und Sachen zu sagen, die mir als wohlerzogenem und lieben André gar nicht entsprechen." Journalismus wird ebenfalls Thema im Bosco sein. "Der ganze Abend wird ein Streiflicht", wie die Glosse auf der ersten Seite der Süddeutschen Zeitung seit 1946 heißt.

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