Abitur 2019 Das sind die Besten im Landkreis Starnberg

Die Prüfungen sind bestanden, wie geht es jetzt weiter? Die SZ stellt die Pläne von Abiturienten vor, die den Traumschnitt von 1,0 erreicht haben.

Mehr als 600 Schülerinnen und Schüler sind heuer an den Gymnasien im Landkreis zu den Abiturprüfungen angetreten. Noch steht nicht fest, wie viele am Freitag, 28. Juni, ihr Zeugnis entgegen nehmen können, denn noch in der vergangenen Woche liefen die Nachprüfungen. Vierzehn Absolventen haben auf Anhieb die Traumnote 1,0 erreicht. Die Starnberger SZ stellt elf von ihnen vor.

Franziska Eckl

(Foto: Nila Thiel)

Soziales Jahr im Krankenhaus

Zusammen mit ihrer Mutter radelt Franziska Eckl an diesem Sonntag los in Richtung Frankreich. Eineinhalb Wochen haben sich die beiden Zeit genommen für die Strecke von Genf nach Avignon. "Wir haben bisher noch gar nicht richtig gefeiert, deshalb freue ich mich jetzt auf den Urlaub", sagt die 18-Jährige aus Hechendorf, die am Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching mit Traumnote ihre Schullaufbahn abgeschlossen hat. Dass es auf 1,0 rausläuft, hätte sie selbst bis zum Schluss nicht gedacht. Umso glücklicher ist sie, dass die schriftliche Prüfung in Französisch sowie die mündlichen Leistungsnachweise in Chemie und Geschichte so gut gelaufen sind. Im kommenden Jahr will sie ein Medizinstudium beginnen, zuvor plant sie ein Freiwilliges Soziales Jahr am Krankenhaus Seefeld. Womöglich kann sie dort auch schon eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen. Ihr Ziel ist es, Ärztin in einem Krankenhaus zu werden. In ihrer Freizeit fertigt sie anatomische Zeichnungen an. Außerdem engagiert sie sich in der evangelischen Jugend, ist im Schwimmverein aktiv und spielt Gitarre. Was sie gar nicht kann? "Englisch. Das habe ich auch gleich abgewählt."

Quirin Viereck

(Foto: Nila Thiel)

Karriere als Profi-Volleyballer

"Jetzt ist es leider zu Ende hier." Quirin Viereck verlässt das Internat in Kempfenhausen nicht ohne Bedauern. "Es war eine tolle Zeit!" Zur neunten Klasse ist der 18-Jährige aus München an den Starnberger See gewechselt, um am Bundesstützpunkt des Volleyballverbands Schule und Leistungssport zu kombinieren. Das heißt, neben dem Schulalltag standen bei ihm jeden Abend Training und am Wochenende Spiele auf dem Programm. "Ich habe extremes Glück und verstehe sehr schnell", sagt er. Viel lernen habe er nie müssen. Und auch mit dem Sport ist es gut gelaufen, der zwei Meter lange Diagonalangreifer ist im Kader der Jugendnationalmannschaft. Aktuell spielt er beim ASV Dachau in der Dritten Liga, "Sport ist meine Leidenschaft." Er würde gerne alles auf eine Karte setzen und sich ein Jahr lang nur auf den Sport konzentrieren - vormittags Fitness und arbeiten, abends Training. "Ich wüsste gerne, was möglich ist, vielleicht schaffe ich den Sprung in die Zweite Liga." Seine Eltern haben schon Unterstützung zugesagt. Doch alleine auf den Sport will Viereck nicht setzen. Langfristig plant er ein Studium der Wirtschaftspsychologie in München

Yanick Schimpf, 1,0-Abiturient am Christoph Probst Gymnasium Gilching.

(Foto: Privat/oh)

Nach Stanford an die Elite-Uni

"Ich war überrascht, bin aber sehr glücklich darüber", sagt Yanick Schimpf über seinen 1,0-Schnitt. Damit hatte er nicht gerechnet. Der 17-Jährige, der mit seinen Eltern und zwei jüngeren Schwestern in Breitbrunn am Ammersee lebt, will nun im kommenden Herbst ein Wirtschafts- und Informatikstudium beginnen. Dafür wird er entweder nach Zürich oder am liebsten in die USA ziehen, um an der Elite-Universität Stanford in Kalifornien zu studieren. "Ich werde mich bewerben und versuchen, einen Studienplatz zu bekommen", sagt Yanick Schimpf. In seiner Freizeit spielt der Abiturient des Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasiums gern Fußball, aktuell beim SV Inning. Zudem trainiert er Zehnjährige in einer Jugendmannschaft, ebenfalls beim Sportverein in Inning. Wenn der 17-Jährige nicht auf dem Fußballplatz ist, trainiert er auch im Fitnessstudio. "Sport war auch in der Schule mein Lieblingsfach. Das hat immer am meisten Spaß gemacht", meint er. Doch nicht nur für Sport, auch für Mathematik war der Jugendliche in seiner Schulzeit immer zu begeistern.

Flora Dirr, 1,0-Abutirientin am Ammersee-Gymnasium.

(Foto: Privat/oh)

Am liebsten in die Forschung

Flora Dirr aus Dießen hat es selbst überrascht, was sie geleistet hat. "Eigentlich war mein Ziel, 1,3 zu schaffen", sagt die Schülerin des Ammersee-Gymnasiums in Dießen. Sie war schon immer eine der Besten in ihrer Klasse. Ihre Lieblingsfächer sind Mathematik, was ihr gut liege und daher immer relativ einfach für sie gewesen sei - und Geschichte, weil sie es spannend finde, über vergangene Zeiten zu lernen. Die 17-Jährige, die mit drei Schwestern aufgewachsen ist, hat auch eine musikalische Ader. Seit mittlerweile zwölf Jahren spielt sie Cello. Aktuell ist sie in mehreren Orchestern sowie in einem Quartett. In ihrer Freizeit liest Flora Dirr gern, ihr Lieblingsbuch ist "Der Name des Windes". Sie hat auch schon Pläne für die Zukunft: Nachdem sie ein Jahr lang bei einem Freiwilligen-Projekt des Europäischen Solidaritätskorps in Estland mitarbeiten wird, plant sie im Herbst kommenden Jahres, Kognitionswissenschaften an der Universität Tübingen zu studieren. "Später möchte ich in der Forschung arbeiten", erzählt die 17-Jährige, die sich vor allem für Neurowissenschaft interessiert.

Benedikt Eckardt, Abitur mit 1,0 am Otto-von-Taube-Gymnasium.

(Foto: Privat/oh)

Mit dem Rad nach Budapest

Benedikt Eckardt ist leidenschaftlicher Mathematiker. Er hat seine Begabung bereits mit mehreren Erfolgen bei Landeswettbewerben der Matheolympiade unter Beweis gestellt, wo er insgesamt dreimal Bronze und einmal Silber abräumte. Doch nicht nur im Kopf, auch in den Beinen ist der Gautinger stark. Um den Kopf frei zu bekommen, geht der 18-Jährige regelmäßig auf die Laufbahn des Gautinger Sportclubs, wo er seit zehn Jahren als Leichtathlet aktiv ist. Seine Lieblingsdisziplinen sind "Hürdenlauf und Hundertmetersprint", wie der 18-Jährige erklärt. Bevor das Ausnahmetalent ein "Technik- und Management-orientiertes BWL Studium" in München aufnimmt, möchte er noch den Geschmack der Freiheit kosten. Mit zwei Freunden plant Benedikt Eckardt eine Fahrradreise von Gauting nach Budapest. Geschlagene 700 Kilometer gilt es für die jungen Männer bis zum Ziel zurückzulegen. Dort wird dann erst einmal in den berühmten Thermalquellen Kraft getankt, bevor es für Benedikt Eckardt weiter geht: Mit dem Zug will er anschließend quer durch Skandinavien nach Norwegen reisen.

Lily Baumeister aus Schondorf, 1,0-Abiturientin am Ammersee-Gymnasium Dießen.

(Foto: Privat/oh)

Lernen fürs Stipendium

Lily Baumeister hat viel gelernt, daraus macht die 17-Jährige keinen Hehl. Vor allem, als sich zu Beginn der zwölften Klasse abzeichnete, dass es für 1,0 reichen könnte. Die Schondorferin, die am Ammersee-Gymnasium in Dießen Abitur gemacht hat, konzentrierte sich auf das Wichtige und gab auch mal eine leere Klausur ab, wenn sie die Note nicht mehr brauchte. "Es gibt kein Fach, das ich nicht ausstehen kann, aber ein Überflieger bin ich auch nicht." Sie habe eben intensiv gelernt. Am Ende hatte Lily Baumeister in jeder Abiturprüfung - neben Mathe und Deutsch wählte sie Kunst, Religion und Spanisch - eine Eins. Doch Lily Baumeister hat nicht nur gelernt in den vergangenen Monaten. Sie spielt gerne Geige - "das brauche ich zum Ausgleich" - und geht zum Bogenschießen. Aktuell aber lernt sie schon wieder: Biologie. Denn die junge Schondorferin will sich für ein Stipendium der Max-Weber-Stiftung bewerben und in München Medizin studieren. Bevor es mit der Familie in den Urlaub geht, hat sie erst einmal gefeiert. Zusammen mit den Eltern und der jüngeren Schwester ging es in ein indisches Restaurant.

Niklas Ziereis Abiturient 1,0 im Jahr 2019

(Foto: privat/oh)

Jobben und endlich wieder singen

Auch der Gilchinger Niklas Ziereis hat seit kurzem sein Abitur mit einem Notenschnitt von 1,0 in der Tasche. "Ein bisschen überrascht war ich schon", meint der 17-Jährige zu seinem Erfolg. Seine Freude über die ausgezeichneten Prüfungsergebnisse ist daher umso größer. Der Abiturient hatte in seiner ganzen Schulzeit gute Noten, auch in seiner Klasse am Christoph-Probst-Gymnasium war er einer der Besten. Seine Freizeit verbringt Ziereis gerne mit seinen Mannschaftskollegen vom TSV Gilching auf dem Fußballplatz. Wenn er nicht gerade einem Ball nachjagt, singt er auch gerne. Bereits seit sieben Jahren ist er Mitglied bei verschiedenen Chören. Nachdem er wegen der Abschlussprüfungen die vergangenen Monate pausiert hat, ist er jetzt wieder bei den Proben mit dabei. Musik war auch sein Lieblingsfach in der Schule. Was er beruflich machen will, weiß der 17-Jährige noch nicht genau. In welche Richtung es gehen wird, steht aber fest: Von Herbst an wird Niklas Ziereis in München Physik studieren. Bis dahin stehen ein Ferienjob als Gärtner und Urlaub auf dem Programm.

Alexandra Reichert aus Weßling

(Foto: Privat/oh)

Jura oder Management

Mit drei Einladungen zum Essen von Eltern und Großeltern wurde Alexandra Reichert bereits zum Abitur beschenkt. Die 18-Jährige weiß das zu schätzen. "Ich wurde von Zuhause immer unterstützt." Auch deshalb habe sie das Abitur wohl so gut abgeschlossen - und natürlich sei auch Glück dabei gewesen. Mit 1,5 hatte Alexandra Reichert vor den Prüfungen gerechnet, danach mit 1,2. Dass es letztlich noch besser war - Glück. "Ein Geheimrezept gibt es nicht", sagt Alexandra Reichert. "Ich habe fast jedes Wochenende gelernt." Vor allem Naturwissenschaften, die ihr nicht so gut lägen. Die 18-Jährige liebt Sprachen, besonders Latein. Die Weßlingerin, die am Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting die Förderklasse für Hochbegabte besucht hat, will im Sommer reisen und arbeiten, am liebsten im Rahmen eines Freiwilligen-Dienstes. "Es muss auch gar nicht so weit weg sein, irgendwo in Europa würde mir schon reichen." Im Herbst will sie mit dem Studium beginnen. Entweder Jura oder Global Business Management in Augsburg. Dort hat sie bereits die Zusage für ein Wohnheim in der Tasche.

Maximilian Kränzlein, Abitur mit 1,0 am Christoph Probst Gymnasium Gilching.

(Foto: Privat/oh)

Ammersee und Asien

Die Anstrengungen haben sich gelohnt. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut ausfällt", sagt der 17-Jährige Maximilian Kränzlein aus Herrsching zufrieden. Er sei schon immer gut in der Schule gewesen, aber in der elften und zwölften Klasse habe er sich dann besonders angestrengt, um einen guten Abschluss hinzulegen. Von März kommenden Jahres an will der Herrschinger in München studieren. "Wahrscheinlich werde ich Tourismusmanagement studieren", erzählt er. Kränzlein kann sich vorstellen, später einmal in der Verwaltung eines großen Hotels oder einer Hotelkette zu arbeiten. Für die Zeit bis zum Semesterstart hat er noch keine konkreten Pläne. Der 17-Jährige würde gerne eine längere Reise nach Asien machen, denn dieser Teil der Welt interessiert ihn sehr. Auch das eine oder andere Praktikum könnten in den nächsten Monaten auf der Agenda stehen; in welchen Jobs sich der Abiturient versuchen will, weiß er noch nicht genau. Im Sommer, so verrät er, sei er bestimmt auch öfters mit Freunden auf dem Tennisplatz oder auch beim Segeln am Ammersee anzutreffen.

Julia Holl

(Foto: Privat/oh)

Erst Frankreich, dann China

Julia Holl hat immer gute Noten gehabt, erzählt sie - "es wäre enttäuschend gewesen, wenn sich das nicht im Schnitt widergespiegelt hätte". Vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer lägen ihr, so die 18-Jährige, die die Förderklasse für Hochbegabte am Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting besucht hat. In Physik hat sie darum schriftlich Abitur gemacht, mündlich in Englisch sowie Wirtschaft und Recht. "Lernen fällt mir leicht", sagt sie, übermäßig viel Zeit habe sie jedenfalls nicht investieren müssen. So blieb der Germeringerin auch im Abschlussjahr Zeit für ihre Hobbys. Julia Holl spielt in Germering Volleyball im Verein und ist in der Ski-Abteilung als Skilehrerin aktiv. Zudem spielt sie Geige. "Und natürlich treffe ich mich mit meinen Freunden." Mit denen will sie im Juli auch verreisen, bevor es für drei Monate für ein Praktikum nach Frankreich geht. Danach will Julia Holl möglichst noch für ein paar Monate nach China, um chinesisch zu lernen. Im Herbst 2020 soll dann das Studium beginnen, vermutlich Physik oder Mathematik. "Beruflich bin ich noch offen", sagt sie.

Karsten Fetzer, 1,0 Absolvent des Gymnasiums Gilching

(Foto: Privat/oh)

Über die Alpen nach Meran

Mit 1,90 Meter ist der 17-Jährige schon eine ziemliche Erscheinung wenn er sich beim Sportklettern Meter für Meter die Felswand empor kämpft. Seit 2017 betreibt Karsten Fetzer mittlerweile diesen Sport, bei dem es gilt, eine etwa 20 Meter hohe Felswand zu erklimmen, möglichst ohne ins Sicherungsseil zu fallen. Bevor er sich als Kletterer probierte, sorgte der Hüne beim Fußball in der Jugendabteilung des TSV Gilching-Argelsried für die Lufthoheit im eigenen Sechzehner. Vor zwei Jahren hat er dann mit dem Vereinssport aufgehört, weil ihm die festen Trainingszeiten und der Wettkampf nicht mehr so lagen. Um einen Studienplatz im Wunschbereich muss der Absolvent des Gymnasiums Gilching mit seinem Traumabitur nicht bangen, "Maschinenbau oder Physik an der Technischen Universität München sind momentan meine Favoriten", erklärt er. Davor wird er aber noch einmal Höhenluft schnuppern: Auf dem Wanderweg "E5" möchte er mit zwei Freunden von Oberstdorf einmal quer über die Alpen nach Meran. Etwa sieben Tage haben sie für diese Tour eingeplant, wobei sie an die sieben Stunden täglich unterwegs sein werden.