A 96 bei Gilching Razzia auf der Autobahn-Baustelle

Die Autobahn A96 wird derzeit sechsspurig ausgebaut, Zoll und Polizei kontrollierten die Arbeiter.

(Foto: Georgine Treybal)

Polizei nimmt zehn Südamerikaner ohne Arbeitserlaubnis an der A 96 bei Gilching vorläufig fest.

Von Christian Deussing

Bei einer dreistündigen Razzia auf der Großbaustelle an der Lindauer Autobahn zwischen Gilching und Oberpfaffenhofen sind am Donnerstag zehn illegal Beschäftigte vorläufig festgenommen worden. Es handele sich um neun Brasilianer und einen Peruaner, teilte die Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck mit, die gegen 9 Uhr mit 40 Beamten angerückt war. Zudem prüften Einsatzkräfte von Zoll, Gewerbeaufsichtsamt und der Berufsgenossenschaft die Situation auf der Baustelle, die sich in Fahrtrichtung Lindau befindet.

Bei dem Einsatz seien mangelhafte Ausrüstungen an Fahrzeugen und Verstöße gegen die Arbeitssicherheit festgestellt worden, berichtete der Erste Polizeihauptkommissar Volker Rasp von der zuständigen Inspektion. So seien etwa Geländer an Treppen ungenügend verschraubt und nicht ausreichend gesichert gewesen. Laut Polizei hat ein portugiesischer Subunternehmer die Südamerikaner beschäftigt, die keine Arbeitserlaubnisse vorweisen konnten und somit auch nicht in Deutschland aufenthaltsberechtigt gewesen seien.

Nach Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung in der Polizeiwache wurden die Bauarbeiter wieder entlassen und aufgefordert, das Land zu verlassen. Zuvor mussten sie aber noch eine Sicherheitsleistung für die zu erwartende Geldstrafe hinterlassen. Insgesamt wurden 70 Straßenbauarbeiter überprüft, wobei aber niemand einen Fluchtversuch wegen der Polizeiaktion unternommen habe, erklärte Rasp und betonte, dass auch keiner der Betroffenen eine Chance dazu gehabt hätte.

Die Zollbehörde werde sich nun noch intensiv mit dem Subunternehmer aus Portugal befassen, teilte die Polizei mit. Der Unternehmer war von den Fahndern allerdings auf der Baustelle am Donnerstag nicht angetroffen worden. Gegen ihn soll wegen der Verstöße ermittelt werden.

Die Polizeiaktion führte dazu, dass an manchen Stellen der Autobahnbaustelle die Arbeiten eingestellt werden mussten. Erst wenn die Mängel beseitigt seien, könne der Baustopp wieder aufgehoben werden, erklärte Rasp. Allerdings habe dies kaum Auswirkungen auf das gesamte Bauprojekt, bei dem die Lindauer Autobahn auf insgesamt sechs Spuren verbreitet wird. Über die Razzia ist die Autobahndirektion Südbayern informiert worden. Bei Gilching war dies die erste größere Kontrolle gewesen.