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2017 im Fünfseenland:Was erwarten Sie vom neuen Jahr?

Ob Liftbetreiber, Eisverkäufer oder Direktorin: Jeder hat für die kommenden Monate Wünsche und Hoffnungen

Matthias Hellwig, Kinobetreiber und leidenschaftlicher Cineast: "Für das Kino Breitwand bauchen wir 2017 ein etwas ruhigeres Jahr, ein Jahr der Konsolidierung, und auch eine Beschränkung auf die wesentlichen Dinge: die Filmauswahl und die Präsentation. Ich denke mir, das Fünfseen-Filmfestival muss sich einfach darauf beschränken, was es leisten kann. Wir hatten 2016 einen großen finanziellen Verlust, weil die Personalkosten stark nach oben gegangen sind, ohne dass ich das Gefühl habe, dass die Mitarbeiter besonders gut bezahlt sind. Es geht einfach nicht, an jedem Ort Filme zu zeigen, auch vom Team her nicht, das zuletzt extrem belastet worden ist. Wir müssen schauen, dass wir das zurückschrauben. Der Kern ist also: Was kann ich meinem Personal und mir zumuten, ohne dass die Qualität leidet." sum

Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim. "Wir haben 2016 im Landkreis viel geschafft: Erling, Gauting, Hechendorf, die B2-Erneuerung bei Wieling oder der Beginn der Starnberger Westumfahrung. Das Schönste aber war die Fertigstellung der Ortsumfahrung Weßling. 2017 wird in Erling und Gauting weitergebaut, und auch bei der Starnberger Westtrasse wird es kräftig vorangehen. Bei der Starnberger Verkehrsfrage - Tunnel oder nichts - bin ich gerne bereit, konstruktive Gespräche mit der Stadt zu führen. Grundsätzlich ist aber die Stadt am Zuge, um bei dieser Frage voranzukommen. 2018 läuft der Planfeststellungsbeschluss für den B2-Tunnel aus. Es müssten endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden." phaa

Sarah Wiesböck, Pächterin des Feldafinger Strandbads: "Nach der 900-Jahr-Feier der Gemeinde im vergangenen Jahr steht schon das nächste Jubiläum in Feldafing an: Das Strandbad, das zu den ältesten und meiner Meinung nach schönsten am ganzen Starnberger See gehört, feiert sein 90-jähriges Bestehen. Gefeiert wird natürlich im Sommer, mit einem ordentlichen Fest samt Livemusik, Aktionen für die Kinder und vielleicht sogar mit einem Fischerstechen, was es in Feldafing schon Jahre nicht mehr gegeben hat. of

Professor Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing: "Wir stellen das Jahr 2017 unter ein Motto: Mobilisierung der Demokratie. Neben dem Akademiejubiläum wird mich unter anderem ein Forschungsantrag auf Trab halten, den ich gemeinsam mit meinen Kollegen vom Munich Centre for Internet Research (MCIR) auf den Weg bringe: Wir wollen das Deutsche Internetinstitut nach München holen. Angesichts starker Konkurrenz eine große Herausforderung! Aber ich bin sehr zuversichtlich. manu

Jan Thunig, Gründer der "Starnberger Eiswerkstatt": "2017 soll für uns das Jahr der Expansion werden. Vor einem Jahr habe ich mit meinem Bruder Sven die Starnberger Eis-Werkstatt gegründet. Mit unserem mobilen Verkaufswagen waren wir im Herbst im neuen Bürgerpark, und auch jetzt im Winter sind wir regelmäßig samstags auf dem Starnberger Wochenmarkt. Aber im Frühjahr eröffnen wir auf dem Kirchplatz unsere eigene feste Eisdiele, und zwar im ehemaligen News Café. Die schwierigste Aufgabe in der Gastronomie ist es, gutes Personal zu finden. Vor der Konkurrenz ist mir nicht bange." of

Rainer Schnitzler, Bürgermeister von Pöcking: "Die Gemeinde ist auf das Worst-Case-Szenario einer drohenden Gewerbesteuerrückzahlung in Höhe von 20 Millionen Euro gut vorbereitet. Es wurde in der Finanzplanung berücksichtigt. Ich hoffe, dass das Gericht 2017 endlich eine Entscheidung fällt. Vor allem hoffe ich, dass wir keine Zahlung leisten müssen. Auch der Landkreis wird sicherlich drei Kreuzzeichen machen, wenn das Geld bei uns bleibt. Für Pöcking wünsche ich mir, dass wir beim Gewerbegebiet und dem Haus der Bürger und Vereine vorankommen. Auch um bezahlbarer Wohnraum müssen wir uns kümmern. sbh

Robert Schmid, Skiliftbetreiber in Berg: "Ich hoffe, dass es ein strenger Winter wird. Er soll möglichst früh kommen und möglichst lange bleiben. Schon um die Unkosten für das neue Kassenhäuschen einigermaßen decken zu können. In unseren Breiten einen Skilift zu betreiben, ist nun mal ein teures Hobby. Aber es macht meiner Frau und mir trotzdem jeden Winter wahnsinnig Spaß. Das Ganze ist für uns eine Art Familienunternehmung, denn meine Eltern, Martin und Cilly Schmid, haben den Lift vor 40 Jahren installiert und ihn dann vor zwei Jahren an mich übergeben." bad

Thomas Weiler, Geschäftsführer der Krankenhaus Starnberg GmbH: "Ich wünsche mir, dass die Übernahme der Chirurgischen Klinik Seefeld gut und harmonisch über die Bühne geht und dass sich die drei Kliniken Starnberg, Penzberg und Seefeld als gemeinsamen Verbund verstehen und zusammenwachsen. Dann wünsche ich mir, dass bei den Politikern in Berlin und München der Engel Aloisius auftaucht und ihnen göttlichen Beistand gewährt. Damit sie endlich die Rahmenbedingungen verbessern und merken, dass sie unsere Krankenhäuser nicht nur ausquetschen können." csn

Elisabeth Dörrnberg, Koordinatorin der Tutzinger Fischerhochzeit: "Ich freue mich auf das Jubiläumsjahr und die bevorstehende Fischerhochzeit. Dieses wunderbare Fest, das normalerweise alle fünf Jahre aufgeführt wird, wurde wegen der 1275-Jahrfeier unserer Gemeinde um ein Jahr verschoben. Die Vorbereitungen laufen bereits seit einem Jahr. Bei den zurückliegenden Fischerhochzeiten konnten wir erleben, wie unsere Gemeinde sich positiv veränderte, je näher das Fest rückte. Jung und Alt begannen ihre Häuser zu schmücken und in der ganzen Gemeinde war eine freudige Erwartung zu spüren." manu

© SZ vom 02.01.2017
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