31. Juli 2015, 20:35 Nepomuk Michi fährt Rad

Der Hang der Weßlinger zur Mobilität

Von Nepomuk

Kürzlich hat man mir vorgeworfen, ich würde den Straßenverkehr nur aus der Sicht der Autofahrer betrachten. Das muss ich ein bisschen korrigieren. Denn ich bin Fußgänger in Starnberg, S-Bahnfahrer nach München und Autofahrer zum Gardasee. Dort gibt es übrigens viele Tunnel und viele Starnberger. Mag sein, dass daher eine gewisse Aversion gegen den Tunnel herrührt. Vor allem sind die Bauwerke verdammt eng und für sensible Zeitgenossen - das sind praktisch alle Bewohner der Kreisstadt - doch eine Herausforderung. Irgendwie ist man froh, wenn man wieder draußen ist.

Damit komme ich zur Aktion Stadtradeln, bei der man auch irgendwie froh ist, wenn sie zu Ende ist, auch wenn sie die beste Idee aller Zeiten ist und selbst unser guter Landrat Karl Roth versprochen hat, dass er im nächsten Jahr mitmacht. Wie in jedem Jahr ging auch heuer wieder die Gemeinde Weßling als grandiose Siegerin hervor, was vor allem den Mitgliedern des dortigen Bunds Naturschutz zu verdanken ist, die sehr intensiv in die Pedale getreten haben, allen voran Gerhard Sailer, der Mitorganisator der Aktion. In diesen drei Wochen soll es auch Teilnehmer gegeben haben, die ihr Auto stehen gelassen haben, was im Gegenschluss bedeutet, dass sie es an den anderen Tagen im Jahr ständig benutzen. Ich glaube, hier muss Sailer noch Aufklärungsarbeit leisten, denn der Sinn der Sache ist doch wohl ein anderer: Radfahren soll die neue Form der Mobilität werden.

Übrigens hat der Weßlinger Bürgermeister Michael Muther auch mitgemacht. Gut, es war ein einziges Mal, als er aufs Radl gestiegen ist, um zum Supermarkt in der Grünsinker Straße zu radeln, aber immerhin. Dummerweise - und jetzt beschreibe ich mal die Schwäche dieser Aktion - wurde er gleich gefragt, ob er keinen Führerschein mehr habe. Tja, es hapert einfach am richtigen Bewusstsein, weiß Euer Nepomuk.