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Stammstreckensperrungen:Bahn verweigert Bypass-Angebote

Reparaturwochenenden könnten kundenfreundlicher gestaltet werden

"Sperrungen am Wochenende" vom 18. Oktober und "Kritik an U- und S-Bahn-Ausfällen" vom 19./20. Oktober:

Wieder war die S-Bahn-Stammstrecke das ganze Wochenende zwischen Ostbahnhof und Pasing planmäßig gesperrt. Und wieder hat der Münchner S-Bahn-Monopolist Deutsche Bahn AG nur eine bestenfalls drittklassige Ersatzlösung für uns Kunden angeboten. Die DB kann sich ja auch felsenfest darauf verlassen, dass wir S-Bahn-Kunden mangels Alternativen am folgenden Montag im Berufsverkehr wieder brav in übervolle S-Bahnzüge steigen, meistens in die Zwei-Triebwagen-Züge (Vollzüge), obwohl schon die Erbauer der S-Bahn-Stammstrecke aus dem Olympiajahr 1972 - vor bald 50 Jahren - die Bahnsteige für Langzüge (Drei-Triebwagen-Züge) vorgesehen und fertig gestellt haben. Wir hätten folglich auch noch circa ein Drittel ungenutzter Reserve-Kapazitäten. Das muss man sich mal bildlich vorstellen bei dem Ölsardinenbüchsen-Status von uns Fahrgästen während des Berufsverkehrs!

Hier wäre jetzt endlich die Bayerische Staatsregierung mit ihrer Bayerischen Eisenbahngesellchaft (BEG) als Bestellerin und Bezahlerin gefordert, die Initiative für eine kundenfreundliche S-Bahn zu ergreifen. Aber was passiert? Nichts!

Kundenfreundliche Bypass-Lösungen bei Stammstrecken-Sperrungen sind doch kein Geheimnis, sondern längst bekannt:

1.) Express-Bypass: Ein Nonstopp-Expressbus von Pasing zum U-Bahnhof Laimer Platz, um von dort schnellstmöglich mit der U5 zum Hauptbahnhof und weiter in die City - Karlsplatz, Odeonsplatz - bis zum Ostbahnhof zu fahren; also die geplante Verlängerung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing vorwegnehmend.

2.) Tram-Bypass: Diese Tram-Linie "S" fährt von Pasing bis zum Hauptbahnhof auf der Tram-19-Trasse, also im fußläufigen Abstand zu den S-Bahn-Stationen zwischen Pasing und Hauptbahnhof. Ab Hauptbahnhof fährt die Tram S auf der Trasse der Tram 17 bis zum Max-Weber-Platz, nimmt also die S-Bahn-Stationen Karlsplatz, Marienplatz (Reichenbachplatz), Isartor und Rosenheimer Platz (Am Gasteig) mit, obendrein noch direktes Umsteigen zur U3 und U6 am Sendlinger Tor. Ab Max-Weber-Platz fährt die Tram S weiter auf der Trasse der Tram 21 zum Ostbahnhof. Somit wäre auch der zweite Bypass parallel zur Stammstrecke realisiert. 3.) Im Münchner Osten sollten die S2 aus Erding und die S6 aus Ebersberg nicht am Ostbahnhof wenden, sondern als S3 und S7 nach Holzkirchen und Kreuzstraße weiterfahren, um so den zusätzlichen Umsteigehalt zur U2 in Giesing neu kundenfreundlich zur Innenstadt zu erreichen.

Es wird höchste Zeit, dass wir Münchner und unsere Gäste halbwegs komfortabel diese Wochenend-Sperrungen überbrücken können. Wenn die DB sich hier weiter verstockt anstellt: die Bayerische Staatsregierung hätte, wenn sie denn wollte, die Hebel zu kundenfreundlichen Verbesserungen in der Hand! Heinbert Janze, München