Es regnet, dicke Wolken ziehen über den Himmel. Trotz der ungünstigen Wetterlage für den Spatenstich des neuen Bauvorhabens der Stadtwerke München (SWM) sind die Aussichten vielversprechend: Das Bauplakat des neuen Wohnbauprojekts an der Emmy-Noether-Straße in Moosach zeigt einen belebten grünen Wohnkomplex bei strahlend blauem Himmel. Bis 2029 sollen hier 249 Werkswohnungen entstehen, ganz in der Nähe der SWM-Zentrale.
Das Neubaugelände liegt schräg gegenüber den Werkswohnungen an der Hanauer Straße. Der bereits 2022 eingeweihte Komplex in Moosach soll nun durch zwei achtgeschossige Gebäude in nachhaltiger Holz-Hybridbauweise ergänzt werden. Dazu kommen eine Kindertageseinrichtung mit vier Kinderkrippen- und drei Kindergartengruppen mit Spielplatz sowie ein Gesundheitszentrum. Die Bauten verfügen zudem über eine Tiefgarage und Abstellplätze für Fahrräder und Kinderwagen.

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Der Komplex besteht aus einem Wohnungsmix. Die Aufteilung der 16 567 Quadratmeter großen Wohnfläche orientiere sich am Bedarf: Es gäbe größere Wohnungen für Familien und Ein- bis Zweizimmerwohnungen etwa für junge Menschen und Singles, erklärt Bernhard Boeck, Leiter der SWM Immobilien. Jede Wohnung soll über einen Freibereich verfügen, also eine Loggia, einen Balkon oder eine Terrasse.
Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) appelliert beim Spatenstich erneut: Örtliche Unternehmen sollten diesem Beispiel folgen und damit den angespannten Wohnungsmarkt entlasten. Es bestehe großes Potenzial für die Stadt, wenn Münchens acht Dax-Konzerne dem nachkämen, so der OB. Zu viele Werkswohnungen privater Firmen seien „verhökert“ worden – ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten sich schließlich die hohen Mieten in München leisten.

„Wir müssen Antworten auf die hohen Mietpreise in München finden“, sagt Boeck. Der Mietpreis der Werkswohnungen liege deutlich unter der Marktmiete und variiere je nach Entgeltgruppe. Angepasst an das Haushaltseinkommen hätten die SWM gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Stadtverwaltung ein Mietmodell entwickelt.
Aber den SWM geht es nicht nur um bezahlbaren Wohnraum, sondern auch um Mitarbeitergewinnung und -bindung. „Unser Werkswohnungsangebot trägt als einer von vielen Benefits dazu bei, gut ausgebildete, motivierte Mitarbeitende zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden“, sagt Gabriele Jahn, SWM-Geschäftsführerin für Personal, Immobilien und Bäder.
Jeder dritte SWM-Beschäftigte soll künftig in einer Werkswohnung unterkommen
Und die Nachfrage ist groß: Es gäbe bis zu 1900 Fachkräfte, die auf eine Wohnung warteten, sagt SWM-Immobilien-Leiter Boeck. Dank des Baulandmobilisierungsgesetzes konnte ihm zufolge auf 249 Werkswohnungen aufgestockt werden. 2022 waren im Rahmen des Projektes noch 230 Wohneinheiten geplant.
Damit kommen die Stadtwerke dem Ziel näher, bis 2030 insgesamt 3000 Werkswohnungen fertigzustellen – jeder dritte Mitarbeitende der SWM bekäme dann auf diese Weise ein bezahlbares Zuhause. „Das ist sensationell“, sagt OB Reiter und betont: Die Wohnungsbauoffensive der SWM sei im Thema Wohnungs- und Fachkräftemangel in München ein Vorbild für andere Firmen. „Dieses Engagement für Werkswohnungen in der Stadt ist wünschenswert.“
Bis zur Fertigstellung der Wohnungen vergehen noch ein paar Jahre. Das liegt Boeck zufolge nicht nur an der langen Planungszeit und an dem großen Baufeld in der Emmy-Noether-Straße, sondern auch an der Vielzahl der Werkswohnungsprojekte der SWM. Um die bestehenden rund 1400 Werkswohnungen auf 3000 zu erweitern, sind aktuell fünf weitere Projekte der SWM in Planung.
An der Dachauer Straße sollen rund 340 Wohnungen bis 2030 entstehen sowie rund 130 Wohnungen an der Heinrich-Wieland-Straße in Berg am Laim. Im Bereich Westend-/Zschokkestraße in Laim sind 630 Wohnungen geplant – der erste Bauabschnitt bis 2029 und der zweite bis 2031. Etwa 200 Wohnungen sollen bis 2032 an der Hans-Preißinger-Straße entstehen. 100 Wohnungen sollen an der Landshuter Allee im Jahr 2031 hinzukommen.

