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Stadtentwicklung:Neue Alte Akademie soll ein besonderer Ort werden

Das historisch bedeutsame Gebäude-Ensemble der Alten Akademie in zentraler Innenstadt-Lage an der Fußgängerzone steht unter Denkmalschutz.

(Foto: Stephan Rumpf)

CSU und SPD beteuern, an dieser exponierten Stelle keine weitere 08/15-Einkaufsmeile schaffen zu wollen

Von Alfred Dürr

Das historisch bedeutsame Gebäude-Ensemble der Alten Akademie in zentraler Innenstadt-Lage an der Fußgängerzone soll sich zu einem modernen Quartier mit Geschäften, Büros, Gastronomie und Wohnungen wandeln. Wie genau das neue Erscheinungsbild aussehen soll - das wird nun ein Architektenwettbewerb klären. Einstimmig hat der Planungsausschuss des Stadtrats die wesentlichen Eckdaten für das Projekt festgelegt, die im Wettbewerb berücksichtigt werden müssen.

Vor zwei Jahren hatte der Freistaat Bayern den Komplex an die österreichische Signa Gruppe verkauft. Hinter den Kulissen begannen harte Verhandlungen zwischen dem Investor, dem Architektenbüro David Chipperfield, dem städtischen Planungsreferat, dem Stadtheimatpfleger und dem Landesamt für Denkmalpflege. Die Stadt und die Denkmalbehörde beharrten darauf, das typische Erscheinungsbild des Komplexes zu erhalten. Der Investor wollte zum Beispiel den Arkaden-Trakt, in dem sich früher das Bekleidungshaus Hettlage befand, durch einen Neubau ersetzen.

Die typischen Fassaden und Arkaden dürfen im Zuge der Modernisierung und des Umbaus jedoch nicht verändert werden. Außerdem müssen die Dachlandschaften erhalten bleiben. Rund um den Innenhof werden Wohnungen entstehen. Balkone sind nicht erlaubt, dafür sind Loggien möglich. Denn der sogenannte Schmuckhof soll seine Prägung beibehalten und für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Man erwarte, dass die neue Alte Akademie ein besonderer Ort in der Innenstadt werde "und keine weitere 08/15-Einkaufsmaschine", sagte der planungspolitische Sprecher der SPD, Christian Amlong. Er kritisierte, dass der Freistaat seine geschichtsträchtigen Immobilien im Zentrum Münchens, wie zum Beispiel auch den Alten Hof, veräußere, um möglichst viel Gewinn damit zu machen. Es wäre wohltuend, an dieser Stelle etwas anderes anzubieten, als nur wieder neue Geschäfte, sagte Paul Bickelbacher (Grüne).

Walter Zöller (CSU) widersprach: Die Alte Akademie sei ein eher trister Behördenstandort gewesen, jetzt käme etwa auch mit den Wohnungen neues Leben in den Komplex. Auch Michael Mattar (FDP) erwartet eine deutlich höhere Attraktivität.

Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs soll Mitte kommenden Jahres vorliegen.

© SZ vom 12.11.2015
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