Kunst und Kultur Die staatlichen Museen sind kulinarisch eine Baustelle

Werner (re.) und sein Sohn Marc Hunsinger müssen mit ihrem Lokal aus der Neuen Pinakothek ausziehen.

(Foto: Florian Peljak)
  • In der Pinakothek der Moderne, der Sammlung Brandhorst und der Neuen Pinakothek bleiben die Besucher hungrig, weil die Gastronomien schließen müssen.
  • In den drei Fällen liegt das an geplanten oder laufenden Baumaßnahmen. Die Gastronomen müssen nach anderen Lokalen suchen.
Von Franz Kotteder

Kunst ist schön, macht aber auch hungrig und durstig. In drei der fünf Münchner Museen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen bleiben das die Besucher auch. In der kleinsten, der Sammlung Schack an der Prinzregentenstraße, gibt es gar kein Museumscafé, die Neue Pinakothek ist wegen einer umfassenden Generalsanierung sowieso bis 2025 geschlossen, das dortige Restaurant Hunsinger muss im März ausziehen und weiß noch nicht, wo es dann hin soll. Das Café Horst im Museum Brandhorst ist seit Januar geschlossen, und die Zukunft der Museumsgastronomie in der Pinakothek der Moderne ist vorerst nur bis Ende des Jahres gesichert.

Ganz schön viele Baustellen bei den Staatsgemäldesammlungen, und das im Wortsinne. Denn in allen drei Fällen geht es um die Sanierung der Gebäude. Sowohl die Gastronomie in der 2002 eröffneten Pinakothek der Moderne als auch im erst zehn Jahre alten Museum Brandhorst ist sanierungsbedürftig. Das Café Horst ist seit Januar geschlossen, weil der bisherige Pächter, die Cateringfirma Dahlmann, ihren Vertrag nicht verlängern wollte. Die neue Pacht sei noch nicht ausgeschrieben, sagt die zuständige Immobilien-Bayern-Gesellschaft, "weil diese von baulichen Ertüchtigungen abhängig sein wird", so Geschäftsführer Dieter Knauer. Das staatliche Bauamt München 1 weiß immerhin schon, dass dies Bauarbeiten bis April dieses Jahres abgeschlossen sein sollen. Erst dann kann die Pacht neu ausgeschrieben werden.

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Anders sieht das in der Pinakothek der Moderne aus. Hier ist schon seit längerem klar, dass die Küche des Hauses dringend saniert und den Anforderungen angepasst werden muss. Wann das geschehen soll, weiß man freilich nicht. Wie Bernhard Kohl vom Bauamt sagt, "stehen der genaue Umfang und die Zeitschiene noch nicht genau fest". Dass es in diesem Jahr noch etwas wird, ist ziemlich unwahrscheinlich. Denn der Übergangspächter, das Café Münchner Freiheit der beiden Brüder Max und Karl Eisenrieder, bleibt noch eine Weile. Karl Eisenrieder: "Wir haben unseren Vertrag noch bis Ende des Jahres verlängert."

Das hätte Werner Hunsinger auch gerne gehabt. Der 69-Jährige ist Inhaber der Gastronomie in der Neuen Pinakothek und muss Ende März dieses Jahres raus. Denn das Bauamt will schließlich irgendwann in diesem Jahr mit der Generalsanierung des Hauses beginnen. Sein Restaurant Hunsinger galt in den Achtzigerjahren einmal als bestes Fischrestaurant der Stadt, war zuerst in der Hans-Sachs-Straße, dann in den Räumen von Eckart Witzigmanns Aubergine, seit elf Jahren dann in der Neuen Pinakothek mit dem schönen, etwas tiefergelegten Außenhof neben dem Haupteingang. Hunsinger will sich auch um das Horst im Museum Brandhorst bewerben, "schließlich hat man uns auch schon mal die beste Museumsgastronomie Bayerns genannt". Eigentlich ist ihm aber nach einem Restaurant mit 70 bis 80 Plätzen, das dann auch für Veranstaltungen und Feiern genutzt werden kann. "Eine Terrasse wäre auch noch schön", sagt er, "aber so etwas wie hier werde ich wohl kaum wieder bekommen." Gerade verhandelt er aber über ein Lokal in der Maxvorstadt, möglicherweise klappt das bis zum Umzugstermin.

Und wenn alle Stricke reißen: In sechs bis sieben Jahren braucht die Neue Pinakothek dann ja auch wieder ein Museumsrestaurant.

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