Verkehrsberuhigung in MünchenDas Lehel bekommt eine Fußgängerzone

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Wegen einer Baustelle ist ein Abschnitt der St.-Anna-Straße schon länger für den Verkehr gesperrt. Nun soll die Straße eine Fußgängerzone werden.
Wegen einer Baustelle ist ein Abschnitt der St.-Anna-Straße schon länger für den Verkehr gesperrt. Nun soll die Straße eine Fußgängerzone werden. Johannes Simon
  • Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel hat fast einstimmig beschlossen, einen Abschnitt der St.-Anna-Straße zwischen Gewürzmühl- und Liebigstraße zur Fußgängerzone zu machen.
  • Die Umsetzung dauert noch etwa ein halbes Jahr wegen gesetzlich vorgeschriebener Fristen, eine bauliche Umgestaltung ist wegen Geldmangels vorerst nicht geplant.
  • Die Straße ist wegen einer Baustelle bereits seit mehreren Jahren für Autos gesperrt und soll nun dauerhaft autofrei bleiben.
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In einem Teilstück der St.-Anna-Straße sollen Fußgänger dauerhaft unbehelligt vom Autoverkehr flanieren können. Dafür spricht sich das zuständige Gremium aus. Dort sieht man eine „riesige Aufwertung“ für das Viertel.

Von Andreas Schubert

Ein gewisses italienisches Flair kann man der St.-Anna-Straße im Lehel nicht absprechen. Schon der Zugang von der Maximilianstraße durch den Torbogen am Gebäudekomplex der Regierung von Oberbayern wirkt herrschaftlich. Weiter vorn, an der Gewürzmühlstraße, ist die Straße mit Kopfsteinpflaster ausgestattet, es gibt Galerien, Cafés, Restaurants, ein paar Lokale haben sogar im Winter Tische und Stühle draußen aufgestellt, die Gegend wirkt gediegen, aber nicht leblos. Hier, zwischen der Gewürzmühl- und der Liebigstraße soll bald eine Fußgängerzone entstehen, um die Aufenthaltsqualität und auch die Sicherheit weiter zu erhöhen.

Es gibt eine Grundschule und ein Gymnasium an der Straße, entsprechend viele Kinder und Jugendliche sind zu bestimmten Zeiten hier unterwegs. Autos fahren in diesem Abschnitt an der St.-Anna-Kirche aber ohnehin schon seit längerer Zeit keine mehr. Wegen des Neubaus des Gebäudes mit der Hausnummer 25 ist die Durchfahrt schon seit mehreren Jahren nicht möglich. Die Baustelleneinrichtung wird zwar bald verschwinden, doch dann soll der Autoverkehr auch dauerhaft ausgesperrt bleiben. So wollte es der Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel fast einstimmig.

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Einen Stadtratsbeschluss braucht es für die Fußgängerzone nicht mehr. Für Umwidmungen wie diese, deren Auswirkungen auf das Stadtviertel begrenzt sind, hat der Stadtrat das Entscheidungsrecht auf die Bezirksausschüsse übertragen. Die BA-Vorsitzende Andrea Stadler-Bachmaier von den Grünen sieht „eine riesige Aufwertung“ für das mittlere Lehel, für alle Bürgerinnen und Bürger vor Ort steige die Lebensqualität. Gemeinsam mit der Bevölkerung des Viertels, mit den Schulen, mit den Gewerbetreibenden, mit den Gastronomen, mit der Kirchengemeinde und vielen weiteren Personen habe man Ideen für die St.-Anna-Straße entwickeln und nun auch umsetzen können.

Bis die Straße wirklich eine Fußgängerzone wird, dauert es nach Angaben der Stadtverwaltung aber noch etwa ein halbes Jahr, da bei solchen Verfahren bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Fristen eingehalten werden müssen. Danach wird sich optisch zunächst nicht viel ändern. Weil die Stadt zu wenig Geld hat, ist eine bauliche Umgestaltung vorerst nicht geplant, stattdessen soll die neue Fußgängerzone beschildert und mit Sitzgelegenheiten an geeigneten Stellen aufgewertet werden.

Philippe Louis (Grüne), der Vorsitzende des Unterausschusses Mobilität und öffentlicher Raum, erklärt, es sei wichtig, dass zunächst die Fußgängerzone komme, eine bauliche Umgestaltung mit Angleichung der unterschiedlichen Höhen und eine Herstellung der Barrierefreiheit sei aber wichtig und müsse umgesetzt werden, sobald die Stadt dafür wieder die finanziellen Möglichkeiten habe. Aus seiner Sicht braucht es auch kleinere Maßnahmen wie das Abschleifen und Einfassen des historischen Kopfsteinpflasters, um gute Bedingungen vor allem für den Radverkehr, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Kinderwagen zu schaffen.

Die Eröffnung der Fußgängerzone will der BA mit einem Bürgerfest feiern. Wann es so weit ist, steht noch nicht fest. Philippe Louis ist zuversichtlich, dass es noch dieses Jahr stattfinden könnte.

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