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Spurensuche in Zorneding:Um Gottes willen

Der Zornedinger Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende kritisierte die frühere CSU-Ortsvorsitzende für ihre rassistischen Äußerungen. Nun ist er nach mehreren Morddrohungen gegen ihn zurückgetreten.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Was ist da bloß passiert? Die Menschen in Zorneding sind fassungslos, weil sie plötzlich mit Clausnitz verglichen werden. Und die Kirche schweigt lange, um den Konflikt mit der CSU nicht zu befeuern.

Vielleicht sind sie das Quälendste in dieser Woche: Diese Mails, diese Anrufe, diese Fragen von Freunden und Verwandten. Nahezu jeder in Zorneding hat sie in dieser Woche bekommen, auch die beiden älteren Frauen, die es sich gerade im Café am Kreisverkehr gemütlich gemacht haben. An die Übertragungswagen der Fernsehstationen, die am Montag plötzlich in die Gemeinde kamen, hat man sich gewöhnt, auch an die Journalisten, die an den Haustüren läuteten. Aber die Fragen der Freunde aus dem Rest der Republik schmerzen wirklich. "Was seid ihr für ein braunes Nest?", "Geht es jetzt bei euch zu wie in Clausnitz, wie in Bautzen?" In Bautzen feierte ein johlender Mob den Brand eines Asylbewerberheims. In Clausnitz belagerten wütende Rassisten einen Bus mit Asylbewerbern. Und in Zorneding?

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