Olympiapark So soll das neue Eishockeystadion aussehen

  • Das dänische Architekturbüro 3XN wird im Münchner Olympiapark eine neue Sporthalle bauen.
  • Das neue Stadion der Eishockeymannschaft EHC Red Bull München soll 100 Millionen Euro kosten und Platz für 11 500 Zuschauer bieten.
  • Auch die Basketballer des FC Bayern werden hier Heimspiele austragen.
Von Johannes Schnitzler und Ralf Tögel

Die Entscheidung ist gefallen: Die neue multifunktionale Sportarena im Münchner Olympiapark wird vom dänischen Architekturbüro 3XN aus Kopenhagen realisiert, das zusammen mit den Landschaftsarchitekten der Freisinger Firma Latz und Partner den Zuschlag für den Bau der 11 500 Zuschauer fassenden Halle bekommen hat. Für die Dänen ist es bereits der vierte Arenabau. Anfang 2017 wurde die von ihnen entworfene Royal Arena in Kopenhagen eröffnet, Austragungsort des Eishockey-WM-Finales 2017, eine Multifunktionshalle für bis zu 16 000 Besucher.

Der Bauherr, die Red Bull Stadion München GmbH, lässt sich die neue Heimstatt für die Eishockeymannschaft EHC Red Bull München 100 Millionen Euro kosten. Neben dem Deutschen Meister werden auch die Basketballer des FC Bayern einen Teil ihrer Heimspiele dort austragen. Die Umbauzeit werde "weniger als sechs Stunden" betragen, versicherte Christian Schluder, Geschäftsführer der Bull Bau GmbH, am Donnerstag bei der Präsentation des Siegerentwurfs. 2021, rechtzeitig zu Saisonbeginn im Eishockey und Basketball, soll die Multifunktionshalle stehen. "Wir sind Profis genug, das realistisch einschätzen zu können", sagte Schluder.

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Die Stadt München, die das Areal des ehemaligen Radstadions in Erbpacht dafür zur Verfügung stellt, wird "etwa 8000 Stunden pro Jahr" für den Schul- und Freizeitsport mieten, wie Sportbürgermeisterin Christine Strobl sagte. Dafür finden in dem elliptischen Bau südwestlich der Olympiahalle neben der großen Arena drei weitere überdachte Eisflächen für den Breitensport Platz. "Das ist in beiden Bereichen ein Gewinn für München", stellte Strobl fest.

Den Standort im Olympiapark bezeichnete Schluder als "sensationell": "Wahrscheinlich gibt es in ganz Europa keinen besseren Standort für uns." Zu den landschafts- und denkmalschützerischen Besonderheiten des Areals erklärte Jan Ammundsen, Chefdesigner bei 3XN: "Wir wollten ein starkes, wiedererkennbares Design mit möglichst wenigen sichtbaren Elementen. Deshalb haben wir die Trainingsflächen unter die Oberfläche gepackt. Die Hauptrolle im Park spielt weiterhin das Olympiastadion."

Alle Partner lobten die unkomplizierte Zusammenarbeit. "Wer in Deutschlands Städten von Bürokratismus spricht, sollte mal nach München kommen", sagte Uli Hoeneß. Wie sich der Präsident des FCB und Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz zuvor einig geworden waren, erklärte Christian Schluder so: "Das sind zwei der wenigen Menschen auf der Welt, die so ein Projekt per Handschlag beschließen."

Die wichtigste Vorgabe sei gewesen, dass sich die Arena stimmig in das weltbekannte Ensemble im Olympiapark einfügt. Das Ergebnis ist nun auf Simulationen zu begutachten, Schluder adelte den Architektenentwurf zum "mit Abstand besten unter einigen sehr guten". Zwar wird das neue Stadion, eine ovale Schüssel mit einer vertikalen Lamellenfassade, insgesamt etwas größer ausfallen als das alte Radstadion. Nicht zuletzt durch das begrünte Dach wirkt der Bau aber wie ein organischer Teil des Ganzen. Die Trainingsflächen sind in einen Hügel integriert, nehmen damit die Topografie der Umgebung auf und ermöglichen die logische Fortführung der Wege und Landschaftsgestaltung des Parks.

Auch das Interieur wird es in sich haben, wie Bernd Leukert verspricht, Vorstandsmitglied des Softwareunternehmens SAP, das sich die Namensrechte gesichert hat. Wobei der konkrete Name noch nicht feststeht. "Auch hier werden wir neue Wege gehen", sagt Leukert. Bis zum 4. März können unter www.namegameon.com Vorschläge eingereicht werden. Einzige Vorgabe: Der Firmenname SAP muss enthalten sein.