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Wang:Kurs Nordamerika

2015 IIHF Ice Hockey U18 World Championship; Valentin Kopp aus Wang (Jungadler Mannheim)

Eishockey-Nationalspieler Valentin Kopp (17).

(Foto: privat)

Eishockey-Nationalspieler Valentin Kopp träumt von der NHL

Von Isabella Lößl, Wang

"Einmal in der NHL spielen, das wäre mein größter Traum", sagt Valentin Kopp. Ob es für den 17-jährige Eishockeyspieler aus Wang, der im Nachwuchsteam der Mannheimer Adler spielt, irgendwann für ein Engagement in der nordamerikanischen Profi-Liga reicht, wird sich zeigen, aber er ist auf keinem schlechten Weg. Bereits im Alter von drei Jahren stand Valentin zum ersten Mal auf dem Eis. "Das war ein Schlittschuh-Kurs des EV Moosburg. Leider gab es aber danach keine Möglichkeit mehr, dem Eissport nachzugehen", sagt er. Aus diesem Grund ging es für ihn weiter nach Landshut, denn dort wurde zweimal in der Woche eine Laufschule angeboten. Der nächste Schritt, die Fördergruppe, führte schließlich auch zu Valentins Wunsch, fest im Verein zu spielen, beim EV Landshut.

Im Dezember 2012 dann holte ihn die Talentschmiede der Jungadler Mannheim zu sich. Schwer fiel dem damals 15-Jährigen, der besonders die bayerische Küche und den Dialekt in der neuen Heimat vermisst, der Schritt nicht. "Ich wollte unbedingt dort hin, denn ich wusste, dass mich optimale Voraussetzungen erwarten würden. Meine Gastfamilie hat mir die Eingewöhnungsphase auch sehr leicht gemacht", sagt er. Seine schulischen Pflichten im Mannheimer Internat sind kein Problem für den Nachwuchsspieler. Die Unterrichtsstunden, die durch Training, Auswärtsspiele oder Maßnahmen des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB) verpasst werden, holen die Spieler gemeinsam mit Lehrern nach. Es wird viel Rücksicht genommen, sagt Valentin, dessen Lieblingsfächer Mathe und Physik sind. "Es ist für mich generell einfacher, da die Schule ein G-9-Gymnasium ist", sagt der 17-Jährige.

Das Training der Nachwuchshoffnungen ist anspruchsvoll und schweißtreibend. Im Winter trainieren sie sechs bis sieben Mal pro Woche auf dem Eis, dazu kommen noch zwei Athletik-Trainingseinheiten. Zwei Spiele am Wochenende kommen ebenfalls noch dazu, der einzige freie Tag der Woche ist der Mittwoch. Im Sommer sieht der Trainingsplan ein wenig anders aus. "Viermal die Woche haben wir Krafttraining, einmal Boxtraining und an den Wochenenden wird gelaufen. Zusätzlich gehe ich noch ab und zu mit einem Kumpel ins Fitnessstudio", so Valentin. Bei all dem Training bleibt trotzdem Zeit für Freizeit, die Valentin mit seinen Mannschaftskollegen verbringt. Neben dem Eishockey spielt er mit seinen Teamkameraden an freien Wochenenden auch gerne Fußball, allerdings bleibt dafür nicht allzu viel Zeit. "Früher war ich auch öfter Skifahren, aber im Winter ist dafür natürlich keine Zeit mehr", sagt der Schüler aus Wang. Darüber hinaus beschäftigt er sich in seiner Freizeit wenig überraschend auch mit Eishockey. Für die Heimspiele der Mannheimer Adler in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zum Beispiel hat er freien Eintritt, die Spiele der NHL verfolgt Valentin immer, wenn es möglich ist, über die Medien. "Und Turniere wie die WM schauen wir eigentlich immer zusammen an". Neben seinem eigenen Klub verfolgt Valentin besonders die Spiele der EHC Grizzly Adams Wolfsburg, da er dort einen Spieler persönlich kennt. Sein favorisiertes Team in der NHL sind die Philadelphia Flyers. Aus einem guten Grund: "Mein Vorbild Claude Giroux spielt dort. Er ist ein großartiger Leader mit einer super Spielübersicht, außerdem ist er, wie ich, Rechtsschütze."

Den Sprung nach Amerika, wo auch sein großes Vorbild spielt, will Valentin Kopp nach Möglichkeit in den kommenden zwei bis drei Jahren schaffen und sich dort in einem College-Team etablieren. Aber erst einmal möchte der 17-Jährige, der heuer mit dem deutschen Nationalteam an der U-18-WM teilgenommen hat, ein gutes Abitur schreiben und mit den Adlern zum dritten Mal in Folge Meister in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) werden. Das erste WM-Spiel, das er mit der U-18-Nationalmannschaft bestritt, war für ihn das bislang größte Spiel seiner Karriere. Die Begegnung, die für ihn allerdings am emotionalsten gewesen sei, "war das erste Spiel gegen den EV Landshut, das kurz nach meinem Wechsel stattfand."

© SZ vom 13.06.2015
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