bedeckt München

Türkgücü München:Unerschöpfliche Reserven

Barry Boubacar, Tuerkguecue, rot, Fussball, 3. Liga, TSV 1860 München vs. Tuerkguecue, Türkgücü München im Grünwaldersta; Fußball

Karlsruhe, Bremen, Uerdingen und nun Türkgücü: Boubacar Barry, 24, durfte gegen die Löwen nach einem Monat Pause eine halbe Stunde mitspielen.

(Foto: Mladen Lackovic/imago)

Der lange verletzte Boubacar Barry, 24, deutet beim 2:2 gegen 1860 München seine Qualitäten an. Gut möglich, dass er am Mittwoch im Nachholspiel gegen Rostock in der Startelf steht.

Der KFC Uerdingen galt bis vor Kurzem als eine Art Vorbild für Türkgücü München. Es ist jedenfalls zu hören, dass deren Präsidenten Mikhail Ponomarev und Hasan Kivran sich in häufigem Austausch befinden und auch sonst ganz gut verstehen sollen. Drei Spieler wechselten vor der Saison vom KFC zum Aufsteiger in die 3. Liga nach München. Angreifer Tom Boere jagt im Moment noch seiner Form hinterher, Torwart René Vollath hingegen ist einer der ganz wenigen Stammspieler. Zu so einem könnte auch Boubacar Barry werden, der nach einer langwierigen Verletzung am Samstag für 35 Minuten ins Derby gegen 1860 München (2:2) hineingeworfen wurde, nach mehr als einem Monat Zwangspause.

Streng genommen kommt Barry von Werder Bremen. Der Bundesligist hatte den 24-Jährigen an Uerdingen ausgeliehen. "Ich habe mir ausgerechnet, in Bremen zu bleiben", sagte Barry kürzlich einmal bei München TV, aber dort habe man nicht auf ihn gebaut. Immerhin verfügt Barry aber auch schon über Zweitliga-Erfahrung mit dem Karlsruher SC. Gegen Sechzig deutete er seine Qualitäten wieder einmal an: Trotz des Kaltstarts zeigte er sich zweikampfstark und spielte mit Übersicht. Seine Stärke: Er ist auf beiden Flügeln flexibel einsetzbar. Das passt gut zum laufintensiven Spielstil von Trainer Alexander Schmidt: Zu Beginn der Saison wurde Barry als Außenverteidiger eingesetzt, der aber auch viele Offensivaufgaben übernehmen kann. Gut möglich, dass Barry, nachdem er gegen 1860 München Spielpraxis sammeln konnte, im Nachholspiel bei Hansa Rostock (Mittwoch, 19 Uhr) in der Startelf steht. Doch letztlich ist der späte Zugang (er war Ende September Verpflichtung Nummer 20) auch nur ein Beispiel aus Türkgücüs riesigem Kader dafür, wie viel Qualität Schmidt bislang noch gar nicht eingesetzt hat - und es ist zu hören, dass der Kader weiter vergrößert werden soll.

© SZ vom 30.11.2020 / cal
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema