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Triathlon:Einspruch von 007

Bundestrainer Faris Al-Sultan erhält kein Visum für den Ironman auf Hawaii. So kann der Münchner dem Titelverteidiger Patrick Lange nur aus der Ferne zusehen. Al-Sultan vermutet, sein Name sei der Grund für die Verweigerung der Einreise.

Zugegeben, er hat mal bei seinem Alter gemogelt - aber das dürfte verjährt sein. 16 war Faris Al-Sultan damals, zu jung, um an seinem ersten Marathon teilzunehmen, daher die kleine Notlüge. Seitdem aber hat sich der Münchner, inzwischen 41, wenig zuschulden kommen lassen, im Gegenteil. Er hat viel geleistet. Auch deshalb ist er vor einem Jahr zum Triathlon-Bundestrainer ernannt worden. An diesem Samstag findet nun der Ironman auf Hawaii statt, das Großereignis seiner Zunft, bei dem er selbst vor 14 Jahren einmal Weltmeister wurde - doch Al-Sultan, der Bundestrainer, darf nicht einreisen.

Die Sache verhält sich nicht ganz so, wie sie nun in einigen Schlagzeilen klingt, die USA haben ihm die Einreise nicht wirklich verweigert. Doch es gibt da ein System namens ESTA (Elektronisches System zur Reisegenehmigung), das eine Art Sicherheitsüberprüfung für Reisende in die USA beinhaltet. Wer einreisen will, muss 72 Stunden vorher einen Antrag stellen. "Ich war natürlich spät dran", erklärt er, die 72-Stunden-Frist habe er aber eingehalten. Al-Sultan besaß zuvor ein Zehnjahresvisum, er sei ohnehin froh gewesen, noch rechtzeitig bemerkt zu haben, dass dieses ausgelaufen war. Doch dann ließ die Reisegenehmigung auf sich warten. Der erste Flieger hob ohne ihn ab. Auch bis zu einem Ersatzflug fehlten noch die Papiere. Irgendwann habe die Reise dann keinen Sinn mehr gehabt.

Al-Sultan hätte als Trainer des Titelverteidigers Patrick Lange zum Ironman reisen wollen. "Der Einfluss auf ein Rennen vor Ort ist begrenzt", sagt er, "interessant wären nur die Tage davor gewesen." Die laufen gerade. Der Schaden für Lange halte sich in Grenzen, glaubt der Trainer, "betreut ist er ja". Lange habe seinen Manager, seine Frau, Freunde und Bekannte dabei, sagt Al-Sultan. Er müsse nun eben ein paar Mal mit dem zweimaligen Champion telefonieren und das Rennen dann am Fernseher verfolgen. Gehe er eben daheim seiner Frau auf den Geist, scherzt er - aber verärgert über die Prozedur ist er doch. Die Behörde habe ja all seine Daten, argumentiert er. Man könne es nicht beweisen, aber er ist sicher: Es kann nur an seinem Namen liegen. Al-Sultans Vater Talib stammt aus dem Irak. "Es ist ein Witz: Bei Paul Müller läuft das in 15 Minuten durch", sagt er. "Bei mir braucht man schon 007."