Tischtennis Wiedervereint in Liga zwei

Schwabhausens Frauen setzen sich gegen den alten Rivalen Langweid durch

Von Andreas Liebmann, Schwabhausen

Es dürfte sich gut angefühlt haben für die Tischtennisfrauen des TTC Langweid. Sie sind zurück in der zweiten Bundesliga. Immerhin war ihr Verein zwischen 1996 und 2007 acht Mal deutscher Mannschaftsmeister, gewann den Europapokal, und vor viereinhalb Jahren gastierte das Quartett noch als Erstligist zum bayerischen Derby beim TSV Schwabhausen. Ein Jahr darauf musste es sich mit der zweiten Mannschaft des TSV im Dachauer Hinterland messen - Langweid hatte sich aus finanziellen Gründen in die vierte Liga zurückgezogen. Inzwischen ist der kleine schwäbische Klub also wieder ein ganzes Stück nach oben geklettert, während sich Schwabhausen zuletzt aus finanziellen Gründen aus der ersten Liga entfernt hat. Doch so wirklich auf Augenhöhe sind die beiden Klubs noch immer nicht.

"Wir haben uns nichts ausgerechnet", kommentierte Langweids Vorstandsmitglied Alfons Biller die 1:6-Niederlage zum Auftakt, allenfalls hätte er sich eine etwas knappere Niederlage erhofft. Er erwarte Schwabhausen in dieser Saison unter den besten Dreien, für sein Team rechne er mit einem Mittelfeldplatz, was angesichts des Weggangs der Teilzeit-Spitzenspielerin Krisztina Toth sogar noch ein wenig optimistisch klingt. Ziel sei jedenfalls der Nichtabstieg. Gerade Schwabhausens chinesische Spitzenkraft Yang Ting sei für sie zu stark, erkannte Biller, und auch Mateja Jeger, die neue Nummer zwei des TSV, habe sich "überraschend gut" präsentiert.

Zweiter Auftritt, zweiter Sieg: Das neue Duo Christina Feierabend (vo.) und Mateja Jeger harmoniert.

(Foto: Toni Heigl)

Es war ein unaufgeregtes Wiedersehen. Martina Erhardsberger, früher für Schwabhausen tätig und aktuell Langweids Nummer vier, war wegen Migräne ausgefallen, die junge Aushilfe Sarah Alzinger war gegen Christina Feierabend chancenlos. Einige Dutzend Zuschauer spendeten in der Heinrich-Loder-Halle zurückhaltend Applaus, während es draußen vor sich hin regnete. Und Schwabhausens Trainer Alexander Yahmed dürfte sich insgeheim sehr darüber gefreut haben, dass er Langweids Katharina Schneider noch so gut kennt. Denn auch die aktuelle Spitzenkraft der Gäste, die an deren letztem Meistertitel noch beteiligt war, hatte zuvor für Schwabhausen gespielt, weshalb Yahmed ziemlich genau wusste, wie er die Kroatin Jeger einstellen musste, damit sie trotz ihrer schmerzhaften Fußverletzung den wohl vorentscheidenden Sieg einfahren würde. 11:8, 9:11, 11:5, 11:7 setzte sich die kleine Jeger durch. Schneider habe kein Mittel gefunden, ihre gehandicapte Gegnerin unter Druck zu setzen. "Wir sind hochzufrieden mit ihr."

Der "emotionale Höhepunkt" des ansonsten eher emotionsarmen Duells sei schließlich das Einzel der 20-jährigen Eva-Maria Maier gegen die Linkshänderin Maria Krazelova gewesen. "Da war richtig Stimmung in der Halle", freute sich Yahmed. Im Doppel an der Seite von Katharina Schneider hatte noch die Slowakin triumphiert, Maier und Yang warten also weiter auf ihren ersten gemeinsamen Sieg. Im Einzel aber gelang es Schwabhausens Eigengewächs bei seinem 3:1-Sieg (12:10, 7:11, 11:8, 11:8) die Bälle genau dort zu platzieren, wo der Trainer sie sehen wollte. "Generell bin ich von allen begeistert", sagte Yahmed, dennoch hob er Maiers Leistung hervor.

Standardergebnis 6:1 | Schwabhausen II dominiert Fürstenfeldbruck

6:1, dabei alle Einzel gewonnen - exakt wie am Nachmittag (und schon in der Vorwoche) die erste Frauenmannschaft, dominierte am Samstagvormittag in eigener Halle auch die zweite Schwabhauser Mannschaft ihr Drittliga-Derby. Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck trat ohne die ersten Drei seiner Rangliste an: Agnes Kokai, jahrelang eine prägende Figur in Schwabhausen, weilte aus familiären Gründen in Helsinki und fehlte ebenso wie Sandra Peter und die verletzte Tschechin Martina Stikova. So hatten Sarah Mantz, Natalia Mozler, Andrea Welz und Elena Tugui wenig Probleme, nur Mozler (3:1 gegen Janine Hanslick) gab im Einzel einen Satz ab. lib

Den Schlusspunkt setzte Abwehrspielerin Yang mit einem 3:0-Sieg gegen Schneider. Jegers zweiter Auftritt gegen Langweids neue Polin Martyna Dziadkowiec zählte dann nicht mehr. Zum Glück, denn Jeger tat sich schwer. "Das 6:1 klingt auch deutlicher, als es war", sagte Yahmed. Schwabhausen muss erst in zwei Wochen wieder ran, zu zwei schweren Auswärtspartien bei den Ligafavoriten TTK Anröchte und TuS Uentrop. Bis dahin will sich Jeger in Kroatien noch einmal eingehend untersuchen lassen.