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Tischtennis-Regionalliga:Neue Kompaktklasse

Fürstenfeldbrucks Tischtennisteam startet mit zwei jungen Zugängen in die neue Regionalligasaison - und erwartet in den kommenden Monaten spannende Derbys mit dem TSV Gräfelfing und der SpVgg Thalkirchen.

Natürlich geht es auch zu Mannschaften wie der DJK Biederitz, Sachsen-Anhalt. Nach Blankenburg im Harz. Holzhausen, einem Stadtteil von Leipzig. Oder jenem Klub in Thüringen mit dem lustigen Namen SV Aufbau Altenburg. Die Tischtennis-Regionalliga Süd ist die vierthöchste Liga, da kommen schon ein paar Wegstrecken zusammen. Umso mehr dürften es ihre drei südlichsten Mitglieder genießen, dass sie alle nur ein paar Kilometerchen voneinander entfernt liegen: Der TuS Fürstenfeldbruck, der TSV Gräfelfing und die SpVgg Thalkirchen haben in den kommenden Monaten eine ganze Reihe von Derbys vor sich. Es hätten sogar noch mehr sein können, hätten sich vor einigen Monaten nicht der TSV Schwabhausen nach unten und der FC Bayern München nach oben verabschiedet. Rudi Lutzenberger, Fürstenfeldbrucks Tischtennischef, korrigiert sich sofort, als ihm in diesem Zusammenhang ein "Leider" herausrutscht - denn er sprach vom FC Bayern. Und auch wenn er dieses Derby sehr gerne wieder gehabt hätte, freue er sich natürlich sehr für die Münchner um deren ehemals in Fürstenfeldbruck ausgebildete Nummer eins Florian Schreiner, dass ihnen die Rückkehr in die dritte Liga gelungen ist.

An diesem Samstag startet zunächst der TuS Fürstenfeldbruck in die Saison, die anderen Regionalligisten aus der Region haben noch eine Woche Schonfrist. Zu Besuch kommt der SV Jena (14 Uhr, Jahnhalle), allerdings wird der nicht ganz auf jene Mannschaft treffen, die sich Lutzenberger für diese Saison eigentlich vorstellt. Auch die Brucker, ein ehemaliger Zweitligist, der sich nach dem Rückzug aus dem Profibetrieb vor dreieinhalb Jahren schnell wieder von der Bayernliga nach oben gekämpft hatte, wären vor einem Jahr um ein Haar abgestiegen. Dabei war Lutzenberger vor Saisonbeginn sehr zuversichtlich gewesen, dass sie genau mit einem solchen Abstieg nichts zu tun haben würden. Wie auch, immerhin standen in Andras Podpinka ein belgischer Altnationalspieler und in Mike Hollo ein deutscher Jugendnationalspieler in den eigenen Reihen. Doch dann fiel Ersterer nach einer Herzmuskelentzündung lange aus, und Letzterer wurde mit unschöner Regelmäßigkeit auch an Spieltagen vom Verband für internationale Einsätze angefordert. Mit einiger Mühe via Relegation konnte der größte anzunehmende Betriebsunfall abgewendet werden.

Podpinka, 51, die ehemalige Nummer 23 der Welt, ist inzwischen wieder fit, Hollo ist nach Saarbrücken gewechselt. Und Lutzenberger? Sagt: "Ich bin davon überzeugt, dass wir in der Liga gut dastehen." Klingt nach einem Déjà-vu, aber er erwarte "kein solches Schlamassel" mehr wie im Vorjahr, sagt er. Der Kader sei "kompakter" geworden. Seine Prognose: ein solider Mittelfeldplatz bis zum Winter, "und in der Rückrunde werden wir nicht mehr viel verlieren".

Nur dieser Saisonstart. Er hat Lutzenberger schon Sorgen bereitet, ehe ihm Zoltan Csetle vor einigen Tagen dieses Foto von sich geschickt hat. Denn die Nummer zwei Abdulaziz Bu Shulaybi ist vom Tischtennisverband Saudi-Arabiens für die Militär-WM und die Asienmeisterschaften angefordert worden, er wird deshalb drei der ersten vier Partien verpassen. Csetle wiederum geht offenbar von einem Einsatz am Samstag aus, dennoch war Lutzenberger ein wenig irritiert - von jenem Gips, den der Linkshänder aus Ungarn auf besagtem Foto an seinem Schlagarm trug.

Lutzenbergers Optimismus fußt diesmal auf jenem Kader, der ihm zur Rückrunde zur Verfügung stehen soll. Hinter Podpinka und Bu Shulaybi steht der Weißrusse Andrei Labanau, 20, der aus der Oberliga nach Fürstenfeldbruck gekommen ist. Dann der Münchner Stützpunktschüler Petros Sampakidis, 16. Und im Winter stößt noch der Peruaner Carlos Fernandez dazu, ein 15-Jähriger, den sein Verband für einige Monate zum Training nach Bad Aibling entsendet. Er dürfte an Position fünf kaum etwas verlieren. In der Jugendweltrangliste stand er zuletzt sogar vor Mike Hollo.

Die Routiniers Andreas Krämer und Marc Schinkel werden dann nur noch Ersatz sein, Zoltan Csetle rutscht auf die Ranglistenposition sechs zurück. Der Ungar übrigens reist schon seit Jahren für jedes Spiel mit dem Auto aus seiner Heimat an, nur um mit dem gebürtigen Ungarn Podpinka in einem Team zu stehen. 900 Kilometer einfach, für ein reduziertes Fahrtgeld, wie Lutzenberger versichert. "Er ist ein Idealist." Sogar noch etwas länger wird die Fahrt, wenn es etwa zum SV Aufbau Altenburg geht.